Bürgermeisterwahl in Breitenbach/H.: Volker Jaritz kandidiert für zweite Amtszeit

Auf Menschen zugehen

Will Rathauschef in Breitenbach/H. bleiben: Volker Jaritz bewirbt sich um eine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Mit einem einfachen Schreiben und in persönlichen Gesprächen hat Volker Jaritz die Einwohner zu seinen Wahlveranstaltungen in den Breitenbacher Ortsteilen eingeladen. Auf Hochglanzbroschüren, Wahlplakate oder Kugelschreiber verzichtet er und möchte stattdessen an den Föderverein der Herzbergschule und des Kindergartens spenden.

Den wenigsten Breitenbachern dürfte der gebürtige Thüringer auch wirklich unbekannt sein: Jaritz ist seit gut fünfeinhalb Jahren Bürgermeister und bewirbt sich am 16. März um eine weitere Amtszeit. Nach politisch unruhigen Zeiten sei die Gemeinde seit seiner Amtsübernahme aus den Negativschlagzeilen verschwunden, die Zusammenarbeit in den Gremien sachorientiert, zieht der Parteilose Bilanz.

Als dritte Kommune im Landkreis habe Breitenbach eine geprüfte Eröffnungsbilanz vorgelegt. Der Bauhof sei umstrukturiert worden und leiste jetzt Projektarbeit etwa im Straßen- und Kanalbau.

Sanierungsprogramm

Zwei neue Feuerwehrhäuser, die energetische Sanierung des Kindergartens und den umfangreichen Straßen-, Leitungs- und Kanalbau, samt Sanierung der Hochbehälter, die Ausweitung der Kindergarten-Öffnungszeiten, Angebote wie Ferienspiele sowie Seniorennachmittage und -fahrten nennt Jaritz als weitere Erfolge. An der Kindergartengebühr von aktuell 100 Euro solle Breitenbach als familienfreundliche Kommune seiner Meinung nach festhalten, wenngleich das bei weitem nicht kostendeckend sei. Die Finanzlage bezeichnet Jaritz insgesamt als gesund. Aktuell weist der Ergebnishaushalt einen Fehlbedarf von rund 69 000 Euro auf, der Ausgleich bis 2016 sei zu schaffen. Bei Sach- und Dienstleistungen spare die Gemeinde schon „bis an die Grenze der Magersucht“; Kosten senken könne die Gemeinde weiterhin durch Energiesparen. Bei der Ansiedlung von großen Betrieben als Gewerbesteuerzahler habe Breitenbach hingegen mangels geeigneter Flächen einen Standortnachteil.

Vorwürfen, er habe die Gemeinde verschuldet, tritt Jaritz energisch entgegen. Zwar sei der Schuldenstand während seiner Amtszeit von 1,6 auf 4,3 Millionen Euro gestiegen. Dafür habe die Gemeinde auch in Infrastruktur wie Straßen und Kanäle investiert und Werte geschaffen. Auch der kreisfinanzierte Rückkauf des Baugebietes Burggarten von der hessischen Landgesellschaft sei die richtige Entscheidung gewesen. So habe die Gemeinde den Erbpachtvertrag mit der Hephata-Diakonie für den Bau des Wohnpflegeheims schließen können. Neben 26 Arbeitsplätzen bringe das der Gemeinde auf 66 Jahre auch jährlich knapp 20 000 Euro Pachteinnahmen.

Angehen will der Bürgermeister in einer zweiten Amtszeit auch das Tourismuskonzept der Gemeinde und setzt dabei auf Wanderer, gerade auf den überregionalen Fernwegen. Sie sollen gezielt zur Burg Herzberg und zum Silbersee geführt werden. Die Attraktivität der gemeindeeigenen Camping- und Freizeitanlage will Jaritz weiter steigern. Windräder auf der Gibgeskuppe und im Schlitzer Wald lehnt Jaritz ab, auf dem Frohnkreuzkopf hält er sie für relativ unproblematisch. Interkommunale Zusammenarbeit kann sich der Bürgermeister in erster Linie bei der gemeinsamen Beschaffung von Verbrauchsmaterial vorstellen, die Zusammenlegung von Bauhöfen oder der Verwaltung hält er hingegen für nicht praktikabel.

Wie bisher will Volker Jaritz auf die Menschen in der Gemeinde zugehen. Für den Fall, dass es mit der Wiederwahl nicht klappen sollte sagt der 56-Jährige: „Ich suche mir wieder eine Verwaltungsstelle, bin aber auch handwerklich geschickt. Einfach nur dasitzen und meine Pension kassieren, würde ich dann nicht.“ Derzeit blicke er ohnehin kämpferisch und zuversichtlich auf den Wahltag.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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