Das Innere der evangelischen Kirche in Breitenbach wird grundlegend saniert

Mehr Raum und Farbe

Baustelle statt Gottesdienst: Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho betrachtet die Arbeiten im Kirchenschiff. Die Breitenbacher Kirche, die zum Kirchenkreis Ziegenhain gehört, war 2009 wegen Baufälligkeit geschlossen worden. Fotos: Eisenberg

Breitenbach/H. Die Bänke sind beiseite gerückt, im Boden klaffen Löcher und im Chorraum ragt ein Gerüst bis unter die Decke: Die evangelische Kirche von Breitenbach wird derzeit im Inneren grundlegend saniert.

Gottesdienste werden in dem zwischen 1856 und 1858 errichteten Bauwerk schon seit 2009 nicht mehr gefeiert. Wegen der maroden Deckenkonstruktion war die Kirche gesperrt worden. In einem ersten Bauabschnitt wurde das Dach saniert und neu eingedeckt. Im zweiten Bauabschnitt wird nun das Innere auf Vordermann gebracht. In der Gemeinde habe es den Wunsch nach bequemeren Kirchenbänken gegeben, berichtet Pfarrerin Hannelore Weide-Jatho. Ausgetauscht werden dürfen die alten Bänke aus Denkmalschutzgründen zwar nicht, an einem Exemplar hat eine Schreinerei jedoch probehalber eine breitere Sitzfläche angebaut.

Auf der Empore neben der Orgel sollen zwei Funktionsräume entstehen. Die Kirchenorgel selbst befindet sich derzeit bei einer Orgelbaufirma. „Ich hoffe, der Holzwurm hat ihr nicht allzu sehr zugesetzt“, sagt die Pfarrerin. Auf der gegenüberliegenden Seite sollen die Bänke nicht mehr so nah wie bisher am Chorraum stehen. „Bei wenigen Besuchern kann man auf der Fläche einen Stuhlkreis stellen“, erklärt die Weide-Jatho. Auch der Eichenaltar solle näher an die Gemeinde rücken, könne aber bei besucherstarken Gottesdiensten auch wieder verschoben werden. Eine umlaufende Bank wurde ausgebaut, die zugehörige Vertäfelung soll aber auf Anraten des Denkmalschutzes direkt an der Wand wieder angebracht werden. Eine elektrische Kirchenbankheizung ersetzt die bisherige Ölheizung. Erstmals wird die Kirche wohl auch einen Taufstein bekommen. Die Kinder wurden seit jeher in einer Taufschale auf dem Altar getauft. Allerdings existieren noch Taufsteine aus den Vorgängerbauten, weiß die Pfarrerin.

Nach Abschluss der Arbeiten, voraussichtlich im Herbst 2014, wird sich das Kircheninnere farbiger präsentieren. Einen Mustervorschlag hat ein Restaurator in einer Ecke ausprobiert. Aus Kostengründen soll dieser jedoch abgespeckt werden. Zu den Sanierungskosten von etwa einer Millionen Euro hatte die Kirchengemeinde, in der sich ein eigener Förderkreis gegründet und zahlreiche Benefizaktionen organisiert hatte, 113 000 Euro aus Spenden beigesteuert. Diese Summe war vom Kirchenerhaltungsfonds der Landeskirche verdoppelt worden.

Nach der Sanierung sollen die Gottesdienste wieder in der Kirche statt im Gemeindehaus gefeiert werden. Zu großen Kirchenfesten war man nach Hatterode ausgewichen, Konfirmationen wurden auf mehrere Termine aufgeteilt. Arbeit wartet dann allerdings noch auf dem Kirchplatz, auf dem Wege und Treppen instandgesetzt werden müssen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare