Kirchengemeinden bereiten Spektakel zum Pilgerweg vor – Aufführung am 18. Februar

Martin Luther auf der Spur

Bereiten das Lutherwegspektakel in der Niederaulaer Kirche vor: Die Mitglieder des Laienspiel-Ensembles Fidelius. Aufgeführt wird das Spektakel am Dienstag, 18. Februar. Fotos: Eisenberg

Niederaula. Noch müssen die Darsteller beim fachgerechten Thesenanschlag auf einen Hammer verzichten, und auch am perfekten Timing wird noch eifrig gefeilt. Gut eine Woche haben die Frauen, Männer und Jugendlichen, die sich, teils in historischen Gewändern, in der Niederaulaer Kirche eingefunden haben, noch Zeit.

Doch bereits zur Probe lässt sich erahnen, dass das geplante Lutherwegspektakel in der evangelischen Kirche Niederaula einem stimmigen Gesamtkonzept folgt.

Projekt mit Leben füllen

„Niederaula liegt am geplanten Pilgerweg zwischen der Wartburg und Worms. Unsere Kirche gab es damals noch nicht, wohl aber den Turm. Vielleicht hat Luther auf seiner Reise zum Reichstag unsere Glocke läuten gehört“, erklärt Pfarrer Werner Ewald. Um das Projekt mit Leben zu füllen sei der Plan für das Lutherweg-Spektakel gereift, erklärt der Pfarrer.

Den Text hat der Autor des Lutherweg-Pilgerführers, Dr. Reiner Fidelius alias Dr. Reiner Cornelius aus Niederaula, nach einer Idee von Grunhild Classen, die auch Regie führt, geschrieben. In Szene gesetzt wird die Geschichte des Reformators von der eigens aktivierten Laienspielgruppe „Fidelius“ Niederaula-Niederjossa.

Die Pfarrer Werner Ewald und Bernd Seifert, der Prediger der Evangelischen Gemeinschaft, Detlef Weigel, Dr. Reiner Cornelius, Alfred und Renate Florschütz, Wolfram Thomson, Günter Schaub, Fritz Stang und den Niederaulaer Konfirmanden wirken mit. Dabei wollen sich die Darsteller dem Thema Luther multimedial nähren.

Kombiniert mit Musik

Projektionen von Bildern, die Dr. Reiner Cornelius auf dem Lutherweg aufgenommen hat, werden kombiniert mit Spielszenen sowie Musik, etwa Liedern aus der Feder Luthers, gespielt an der Orgel von Isabel Thomson oder gesungen von Kirchenchor unter der Leitung von Bettina Köhler. Unter dem Titel „Und wenn die Welt ein Teufel wär“, erarbeiten die Aktiven eine Mischung aus Historienspiel über das Leben und den Weg des Reformators nach Worms und dem Erlebnisbericht eines Reisenden auf dem Lutherweg, verbunden mit tiefergehenden Fragen wie der nach den Motiven der Pilger in der heutigen Zeit.

Für die stilechten historischen Gewänder ist dabei Wolfram Thomson zuständig, für die Technik und Requisiten sorgt mit viel Einfallsreichtum Fritz Stang. So ist auch der Sack, in dem Luther auf dem Rückweg vom Reichstag festgenommen wird, eine Eigenkonstruktion des Niederaulaers – zusammengenäht aus zwei originalen Säcken der Bad Hersfelder Jutespinnerei. Ganz einig darüber, ob der Aufführungstermin am Dienstag, 18. Februar, also Luthers Todestag, absichtlich oder zufällig gewählt ist, sind sich Pfarrer Werner Ewald und Autor Reiner Cornelius nicht. Zu diesem Datum jedenfalls wird das Lutherwegspektakel ab 19.30 Uhr in der Niederaulaer Kirche aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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