250 Dinge, die wir an der Region mögen (204): Kriegerehrenmal in Friedigerode

Mahnmal für den Frieden

Idyllisch gelegen ist das Mahnmal für die Weltkriegstoten in Friedigerode. Dass der Soldat darauf einen französischen Helm trägt, stört heute niemanden mehr. Foto:  Diebel

Friedigerode. Jeder in Friedigerode kennt das Ehrenmal, das rechts auf einer Anhöhe am Weg zum Friedhof errichtet ist. Der eingearbeitete Soldatenkopf hat den Blick zum Friedhofsweg. Es ist denen gewidmet, die aus dem 1. Weltkrieg nicht mehr heimkehrten. Das Ehrenmal hat aber eine eigenwillige Geschichte, wie der Presse am 1. März 2002 zu entnehmen war.

So stand geschrieben: „1921 entschlossen sich die Dorfeinwohner, ihrer Nachbarn und Freunde, die im Ersten Weltkrieg gefallen oder vermisst waren, mit einem Mahnmal zu gedenken. Ein in Ziegenhain einsitzender französischer Kriegsgefangener und gelernter Steinmetz erhielt dafür den Auftrag. „Ein Donnerwetter“ weiß der ehemalige Bürgermeister von Friedigerode, Hans Hehr, gab es, als das Mahnmal in Friedigerode eintraf.

Das in den Stein gemeißelte Porträt zeigt zwar, wie gewünscht, den Kopf eines Soldaten – allerdings mit französischem statt deutschem Helm auf dem Haupt. Mehr als acht Jahre stritten die Friedigeröder darüber, was mit dem Stein passieren solle; in dieser Zeit verschwand das Monument in der Versenkung.

Erst 1929 entschloss man sich, das Mahnmal endgültig aufzustellen und weihte es am 1. September ein. Im ersten Weltkrieg, waren 16 Gefallene und 12 Vermisste in Friedigerode zu beklagen.

Viele Gedenkfeierstunden fanden und finden seitdem hier jedes Jahr statt. So auch bei der 750-Jahrfeier, laut Chronik Friedigerode, am Sonntag, dem 5. Juli 1981, wo der damalige Ortsvorsteher Hans Hehr in seiner Rede der in den beiden Weltkriegen Gefallenen und vermissten Mitbürgen gedachte:

„Wir sind aufgerufen, unser Leben zu gestalten, als ein Leben wie wir es uns vorstellen, ein Leben in Frieden. Unsere Vorfahren die in den Gräben ruhen, nicht nur in anderen Ländern, dort, wo sie sterben mussten, auch hier bei uns am Friedhof, warten auf uns, sie warten auf uns alle, dass wir inneren und äußeren Frieden schließen. Unsere Kriegstoten wollen gar nicht, dass wir mit lauten Worten sie Helden nennen. Sie haben für uns gekämpft, entsagt, gelitten. Sie sind für uns alle gestorben.“

Ortsvorsteher Hans Hehr beendete seine Gedenkrede mit einem Zitat von Altbundespräsident Prof. Theodor Heuss: „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe. Frieden zwischen den Menschen, Friede zwischen den Völkern.“

Anzumerken ist noch: Bei dem alle zwei Jahre stattfindenden Besuch aus der Patengemeinde Marsanne in Südfrankreich, ist ein Besuch der Gäste am Ehrenmal Friedigerode schon zur Regel geworden.

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