Wochenendporträt: Hauswirtschafts-Azubi Andrei Konradi bei Wettbewerb erfolgreich

Männer in der Minderheit

Erfolgreich: Die Arbeit in der Küche des Herzberghauses liegt Andrei Konradi zwar besonders, an seinem Beruf schätzt er jedoch die Vielfalt. Der angehende Hauswirtschafter belegte im Bundesleistungswettbewerb Rang vier. Foto: Eisenberg

Oberjossa. Die Arbeit in der Küche des Herzberghauses und dort vor allem das Kuchenbacken mag Andrei Konradi besonders gerne; an seinem Beruf schätzt der 19-Jährige jedoch die Vielfalt.

Konradi ist einer der noch immer wenigen Männer, die eine Hauswirtschaftslehre machen. Und das mit Erfolg: Beim Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende in der Hauswirtschaft in Leipzig hat es der Oberjossaer unter 17 Teilnehmern kürzlich auf Platz vier geschafft. Ein Buffet für 25 Personen planen und zubereiten, eine Klausur und ein Kundengespräch waren die Aufgaben, die Konradi meistern musste. „Vor dem Kundengespräch war ich schon aufgeregt“, gibt der 19-Jährige zu. „Das war eine Situation, die man im Alltag nicht jeden Tag hat.“ In diesem Prüfungsteil ging es um die Vorbereitung von Lunch-Paketen für Schüler. „Neben den Umgangsformen wurde auch darauf geachtet, dass das Essen ausgewogen und nicht zu fettreich ist. Pfefferbeißer mit Brötchen wären also nicht gegangen“, erklärt der Auszubildende im zweiten Lehrjahr.

Erfahrungsaustausch

Auf Anhieb geklappt habe die Zusammenarbeit mit den Teilnehmern aus anderen Bundesländern. „Allein schon der Erfahrungsaustausch war die Teilnahme wert“, betont der 19-Jährige. An der Berufsschule in Alsfeld war Andrei Konradi auf den Wettbewerb aufmerksam geworden, qualifizierte sich auf Landesebene in Wetzlar für den Bundesentscheid.

Dass er sich für die Hauswirtschaftslehre entschieden hat, begründet er so: „Ich wollte einen abwechslungsreichen Beruf, den nicht jeder macht“. Andrei Konradi ist in Oberjossa aufgewachsen, kannte deshalb die Suchthilfeeinrichtung der Hephata-Diakonie. Während seiner Ausbildung durchläuft der angehende Hauswirschafter die Bereiche Hauspflege, Textilpflege und Speisenzubereitung. „Zu den Aufgaben in der Wäscherei gehört nicht nur das Waschen für 40 Personen, auch kleinere Näharbeiten gehören dazu“, erläutert Ausbildungsleiterin Lieselotte Haremza. Regelmäßig werde der Auszubildende auch in die Organisation von Veranstaltungen eingebunden. Genau diese Vielfalt vom Kochen bis hin zur Gartenpflege sei es, die ihn an dem Beruf gefalle, sagt Andrei Konradi.

In allen Bereichen werden auch die Bewohner des Herzberghauses eingesetzt; der Umgang mit Menschen sei deshalb eine weitere interessante Facette des Berufes. Nicht zuletzt, weil mehr Berufstätige auf professionelle Unterstützung im Haushalt setzen, ist Hauswirtschafter nach Ansicht von Hephata-Regionalleiterin Astrid Horny ein Beruf mit Zukunft.

Auch die Chance der Übernahme innerhalb der Hephata-Sozialeinrichtungen sei gegeben. Obwohl am Bundeswettbewerb auch drei Männer teilgenommen haben, sei der Beruf noch immer von Frauen dominiert. In seiner Berufsschulklasse etwa ist Andrei Konradi der einzige Mann.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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