Das ehemalige Ihr-Platz-Zentrallager in Niederaula ist seit längerem ungenutzt

Leere Halle trotz guter Lage

Steht leer: Das ehemalige Zentrallager der Drogeriekette Ihr Platz im Niederaulaer Gewerbegebiet. Foto: Eisenberg

Niederaula. Fast 16000 Quadratmeter Lagerfläche in der Mitte Deutschlands, drei Autobahnen in unmittelbar Nähe und ein Indurstriegleis in der Nachbarschaft: Trotz dieser auf den ersten Blick idealen Voraussetzungen ist das ehemalige Zentrallager der Drogeriekette Ihr Platz im Niederauler Industriegebiet seit dem Jahr 2012 ungenutzt.

„Wir würden das Gebäude gerne vermieten“, betont Robert Rumpf von der Verwaltung der Deutsche Lagerhaus GmbH in Mühlheim an der Ruhr, der die Immobilie gehört.

Dass bisher noch kein Mieter gefunden wurde, liege auch an der speziell auf die Bedürfnisse der Drogerie zugeschnittene Bauweise. Weil es sich um ein zweigeschossiges Bauwerk handele, sei es für einen einfachen Umschlags-Hub eines Logistikers nicht geeignet. In Frage komme eine Firma, die sogenannte Mehrwertdienste anbiete, also nicht nur Fracht umschlage, sondern beispielsweise auch kommissioniere oder repariere.

Das im Jahr 1993 errichtete Lager war eines von zwei, von dem aus die Drogeriekette Ihr Platz ihre Filialen belieferte. Zu Spitzenzeiten arbeiteten dort 450 Menschen. Im Folge der ersten Insolvenz von der Drogeriekette im Jahr 2005 war das Lager geschlossen worden. Das Unternehmen hatte sich für den Standort Osnabrück und damit gegen Niederaula entschieden.

Im Jahr 2006 hatte die Deutsche Lagerhaus GmbH die Immobilie übernommen und an den Logistik-Dienstleister Logit vermietet. Dieser war seit 2012 schrittweise in eine neu errichtete Immobilie im Gewerbegebiet Friedrichsfeld umgezogen, die ebenfalls im Besitz der Deutschen Lagerhaus ist.

Anfragen von potenziellen Mietern für die Liegenschaft habe es bereits mehrfach gegeben, berichtet Robert Rumpf, zu einem Mietvertrag kam es bisher nicht. Wegen der Bauweise könne das Gebäude nur im Ganzen vermietet und nicht in mehrere kleine Einheiten aufgeteilt werden. Die Suche nach einem Nutzer für das Areal gehe weiter, betont Rumpf. Schließlich verursache die Unterhaltung des Gebäudes auch ohne Mieteinnahmen Kosten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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