Katharina Huras aus Reckerode schreibt in ihrem Buch über das Leben auf dem Dorf

Lebendige Erinnerungen

Autorin Katharina Huras hält in den Händen ihr Buch „Was ich noch von früher weiß“. Ringsum ihr blühender Garten, in dem sie auch heute noch ihr Gemüse selbst anbaut. Foto: Hanisch

Kirchheim. Wie war das früher eigentlich, das Leben auf dem Dorf? Welche Brauchtümer gab es, nach welchem Rhythmus lebten die Menschen in einer Zeit, in der es so vieles noch nicht gab und war das eigentlich schlechter?

Diese Fragen und noch mehr beantwortet Katharina Huras aus Reckerode in ihrem Buch „Was ich noch von früher weiß“, das seit vergangenem Monat im Buchhandel erhältlich ist.

Die 84-Jährige möchte die Erinnerungen an ihr Heimatdorf Reckerode am Leben erhalten. „Ich wollte das endlich alles mal aufschreiben, damit nicht einfach vergessen wird, wie das Leben früher war“, sagt Huras, die, wie sie selbst schreibt, noch „von der alten Welt ist“.

In ihrem Buch schildert die Autorin den damaligen Jahresablauf auf dem Lande, der sich ganz stark nach den Jahreszeiten richtete: die besinnliche Winterzeit, den Frühling, wenn alles wieder zu neuem Leben erwacht und die Feldarbeit beginnt, bis sich das Jahr schließlich wieder dem Ende neigt, die Kartoffelfeuer auf den Feldern lodern und es sich die Menschen in ihren Stuben gemütlich machen.

Auch die alljährlichen Höhepunkte in ihrem Dorf, wie die Kirmes, das Lullusfest in Bad Hersfeld und den Schlachtekohl, das ein kleines Fest war, auf das man sich immer freute, erwähnt Huras. Dabei beschreibt sie ebenfalls die Veränderungen, die der Zweite Weltkrieg mit sich brachte und stellt Bezüge zu dem heutigen Reckerode her, „das früher viel lebendiger war“.

Morgens die besten Ideen

Etwa ein Jahr hat es gedauert, bis die gebündelten Erinnerungen erscheinen konnten. „Ich habe meistens morgens in meinem Bügelzimmer auf einem alten Laptop geschrieben – da hatte ich immer die besten Einfälle und meine Ruhe“, erzählt die Autorin, die auch früher schon viel Spaß beim Schreiben hatte und Gedichte verfasste. „Sie schreibt mit viel Sinn und gut nachvollziehbar“, meint Tochter Elisabeth Huras-Rockensüß, die sehr stolz auf ihre Mutter ist.

Neben ausgewählten Originalfotos von früher, die zum Teil Huras selbst zeigen, finden sich auch in ihrem Buch einige ihrer Gedichte wieder.

Die gesamte Familie hat die Autorin bei der Fertigstellung ihres Buches tatkräftig unterstützt und die 84-Jährige gesteht: „Ich bin jetzt schon so drin, da könnte ich direkt weitermachen.“

Katharina Huras, „Was ich noch früher weiß, 108 S., 14,95 Euro, ISBN-10: 3848206773, ISBN-13: 978-3848206773.

Von Christin Hanisch

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