Breitenbacher Gemeindevertreter sprechen sich gegen Windpark auf Gibgeskuppe aus

Die Landschaft erhalten

Soll nach dem Willen der Breitenbacher Gemeindevertreter kein Windkraft-Standort werden: Die Gibgeskuppe mit dem Gibgeshof in Vordergrund. Foto: Archiv

Breitenbach/H. Die Breitenbacher Gemeindevertreter wollen keine Windräder auf der Gibgeskuppe. Während ihrer Jahresabschlusssitzung im Gasthaus zur Linde am Donnerstagabend brachten die Gemeindevertreter eine entsprechende Stellungnahme an das Regierungspräsidium Kassel auf den Weg.

Die Grünwerke Düsseldorf hatten während einer Bürgerversammlung im November ihre Pläne für den Bau von fünf Windrädern mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Gesamtleistung von 12,5 Megawatt in dem Waldgebiet an der Grenze zum Vogelsbergkreis vorgestellt. Dabei hatte sich bereits Skepsis gegenüber dem Projekt abgezeichnet. Auch der Breitenbacher Ortsbeirat hatte sich gegen den Standort ausgesprochen.

In seiner Stellungnahme hebt das Parlament in erster Linie auf den Natur- und Landschaftsschutz sowie die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten der Herzberggemeinde ab. So sei die Kuppe Teil eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Hessen und damit Lebensraum vieler Tiere. Die 438 Meter hohe exponierte Kuppe sei bisher frei von technischen Belastungen. Auf dem 600 Jahre alten Gibgeshof sei erst vor kurzem der Bau eines Wohnhauses genehmigt worden, um den Fortbestand des Anwesens zu sichern. Wie Bürgermeister Volker Jaritz berichtete, hätten die Grünwerke bereits singalisiert, das Projekt nicht gegen massive Widerstände aus Breitenbach durchsetzen zu wollen.

Nachbarn planen auch

Eine ähnlich lautende Stellungnahme zum Windpark Schlitz-Berngerod wird die Gemeinde auf einstimmigen Beschluss des Parlaments auch an das Regierungspräsidium Gießen und die Stadt Schlitz richten. Auf dem Gebiet des Vogelsbergkreises, unmittelbar an die Gibgeskuppe angrenzend, will die Wiesbadener Firma Abo-Wind zwölf Anlagen mit einer Nabenhöhe von 139 Metern und einer Nennleistung von je 2,5 Megawatt errichten. Der Gemeindevorstand wird mit dem Parlamentsbeschluss aufgefordert, die Breitenbacher Interessen mit allen politischen und rechtlichen Möglichkeiten durchzusetzen.

Für den Fall, dass gegen den Willen der politischen Gremien auf Breitenbacher Gemeindegebiet Windräder gebaut werden, regte Jörg Schäfer (Bürgerforum) an, über den Hessischen Städte- und Gemeindebund die rechtlichen Möglichkeiten für eine kommunale Windkraftsteuer prüfen zu lassen. Die Chancen auf Gewerbesteuereinnahmen duch Windräder bezeichnete Schäfer als eher gering.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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