Dritter Markttag in Hausen – Essen und Trinken auf Klingers Hof

Lamm schmeckt teuflisch gut

Hausen. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als habe das Winterwetter den Hausenern (Hiisenern) ihren dritten Markttag am Ostersamstag gründlich verhagelt. Nur etwas mehr als ein Dutzend Menschen sind am frühen Nachmittag auf dem Hof der Familie Klinger zu sehen, kein Gedränge an den Marktständen oder Imbissbuden.

Auf den zweiten Blick

Erst der zweite Blick offenbart, von der kulinarischen Attraktion des Tages, Lamm am Spieß, sind nur noch ein paar kümmerliche Reste vorhanden, was auf regen Betrieb um die Mittagszeit schließen lässt. Das bestätigt wenig später dann auch Ortsvorsteher Jörg Albert. Die provokante Aussage: „Ist ja nicht viel los bei Euch“, pariert er mit: „Na dann komm mal mit“ und schlägt den Weg in Richtung Scheune ein. Und tatsächlich, die Festscheune ist proppenvoll. Heizstrahler sorgen für wohlige Wärme, an den Tischen sitzen Jung und Alt, teils getrennt, teils wild durcheinander gemischt, und genießen Kaffee und Kuchen, Bier und Bratwurst oder Schnaps und Speckkuchen. Mit „Schmidtchen Schleicher“ sorgt der Alleinunterhalter für die notwendige Stimmung und der Geräuschpegel reicht aus, um einen Presslufthammer zu übertönen. In einer Ecke hat eine Abordnung aus Olberode einen Stand errichtet um schon mal für das 650-jährige Dorfjubiläum im kommenden Jahr zu werben, und deren „Bornwissewasser“, ein hochprozentiger Goldwasserlikör, trägt bestimmt nicht dazu bei, die Stimmung zu dämpfen.

Unter der Federführung des Vereins für Heimat und Brauchtum haben zahlreiche andere Hausener Vereine und Geschäfts- und Privatleute um und in der Scheune ihre Stände aufgebaut, und bieten ihre Waren feil oder zeigen ihre Künste und Produkte. „Wir wollen hier keine Gewerbeausstellung“, betont Albert, „sondern einen Markt, so ein bisschen wie früher, wo jeder zeigen kann, was er hat oder kann, und wo man sich einfach trifft, um zusammen zu sitzen, sich umzuschauen und miteinander zu reden.“

Schnee und Salz

„Heute Morgen haben wir noch Schnee kehren und Salz streuen müssen, sagt der ehemalige Ortsvorsteher, Karl-Heinz Klinger, der auf diesem Hof geboren wurde, „und dafür ist unser Markttag bestens besucht und ein voller Erfolg.“ Gemeinsam nähren wir uns den Resten des Lamms und klauben mit einem Messer oder mit bloßen Fingern kleine Fleischstückchen von den Rippenbögen, und die schmecken - trotz verbrannten Daumens - verteufelt gut, (lö)

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