Zweite Austellung auf Hof Huhnstadt – „Die drei Gefährten“ kehren zurück

Kunst im Hengststall

Die drei Gefährten haben Besuch: Ziegel (im oberen Topf). Schraube (oben im kleinen Topf) und Schindel (unten) bekommen in diesem Jahr unter anderem Besuch von der Cola-Dose. Foto: Rössing

Gehau. Eine Vernissage mit dem Titel „Die drei Gefährten 2015 2.0“ findet am Samstag, 29. August, ab 16 Uhr in den Stallgebäuden von Hof Huhnstadt statt. Initiatoren der Kunstausstellung sind Dr. Klaus Schmitt und seine Frau Beatrix. Das Ehepaar hat den alten Teil des Hofes, der in diesem Jahr 333 Jahre alt wird, 2012 gekauft. Die beiden stammen aus Hattersheim, wo sie zusammen eine Archäologiefirma betreiben.

Auf die Idee, eine Kunstausstellung auszurichten, ist Dr. Klaus Schmitt bei einem Streifzug auf seinem neu erworbenen Hof gekommen. Dort fand er drei Gegenstände, die er „Urgefährten“ nennt: Eine Dachziegel, eine Holzschindel und eine Eisenschraube. Lehm, Holz und Eisen seien, wie der Archäologe weiß, basale Bauelemente der Menschheitsgeschichte. Kurz entschlossen packte er mehrere Exemplare der Gefährten in eine Plastiktüte und verteilte diese an Bekannte, Besucher des Hippie-Festivals, Künstler und Handwerker.

Seine Bitte: Sollten die Gegenstände zu ihren neuen Besitzern „sprechen“, könnten diese die drei Gefährten bearbeiten, etwa in ein Kunstwerk verwandeln, und zum nächsten Hippiefest wieder mit zum Hof bringen. „Die Idee dahinter ist, alte Gegenstände wieder aufzuwerten“, erklärt Schmitt. So richtete das Ehepaar im vergangenen Jahr die erste Kunstvernissage aus, nun soll die zweite folgen.

In diesem Jahr haben Schindel, Ziegel und Schraube „Besuch“ bekommen und zwar von drei rostigen Nägeln, einer Cola-Dose und einem ausrangierten Handy. Die drei, oder besser gesagt, sechs Gefährten werden alle in den ausgestellten Kunstwerken vorkommen.

Boxen werden zu Räumen

Dafür hat Schmitt extra den ehemaligen Hengststall des Anwesens leer geräumt. Die Pferdeboxen dienen als Ausstellungsräume, die Stallgasse wird zum Foyer. Georg Hoffmann, ein lokaler Künstler, wird seine Skulpturen im Außenbereich ausstellen. Der erste „Raum“ wird von Schmitt selbst gestaltet und steht unter dem Thema Archäologie. Dort stellt er eine „Druidenschaukel“ aus, die mit Misteln und prähistorischen Werkzeugen geschmückt ist. Unter den Stichworten Madagascar und Lampedusa wird Michael Ruhl im Foyer seine Kunst vorstellen.

Im Raum „Dreiwäldereck“ wird die Region zwischen Alsfeld, Bad Hersfeld und Fulda durch lokale Künstler repräsentiert. Unter anderem wird dort Bodo Runte ausstellen. „Dieser Raum steht für die reiche Kultur der Region. Von Funden aus der Altsteinzeit in Feldatal bis hin zu mittelalterlichen Städten ist hier alles gegeben“, erklärt Schmitt.

Nebenan finden sich poetische Kunstwerke von Künstlern aus dem Raum Freiburg, die letzte Box steht für die Metropolregion rund um Frankfurt, der Heimat der Schmitts.

Zur Vernissage sind alle Interessierten sowie ehemalige Bewohner und Nachbarn eingeladen. Wer nicht kunstbegeistert ist, kann sich auch zum Kaffeeklatsch im Haupthaus mit Haus- und Geheimgangsbesichtigung, der bis hinauf zur Burg Herzberg führt, niederlassen.

Von Sarah Rössing

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