Feier in der Niederaulaer Einrichtung mit Tag der offenen Tür am Sonntag, 12. Juli

Kreisaltenheim wird 50

Die Mitabeiter und Bewohner des Kreisaltenheims Niederaula freuen sich auf viele Besucher zum Tag der offenen Tür . Foto: Brunhilde Miehe

Niederaula. Nach zwei Jahren Bauzeit zogen Ende November 1965 die ersten älteren Mitbürger in das Kreisaltenheim ein und wurden von Landrat Edwin Zerbe begrüßt. Da damals noch nicht alle Räume bezugsfertig waren, wurden weitere dreißig Senioren erst wenige Wochen später aufgenommen. Insgesamt waren im ersten Bauabschnitt 123 Betten vorhanden, von denen 40 in einer speziellen Pflegeabteilung standen.

Die Unterbringung und Pflege hilfsbedürftiger älterer Menschen hat in Niederaula eine lange Tradition. Bereits 1571 wurde dort von der Kirche ein Siechenhaus bzw. Hospital eingerichtet. Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Vermögenslage des Hospitals so schlecht war, dass nicht einmal die laufenden Kosten aufgebracht werden konnten, beschloss der Vorstand 1961, die Stiftung aufzulösen und das Vermögen dem Landkreis Hersfeld zu übergeben. Eine Maßgabe war dabei allerdings, dass der Landkreis innerhalb von vier Jahren auf dem ehemals zur Stiftung gehörenden Grundstück „Am Hungerberg“ ein Altenheim errichten und darin auch die letzten neun Bewohner des Hospitals übernehmen sollte.

Bereits 1973 erweitert

Bald zeigte sich, dass die Nachfrage nach Heimplätzen in dem neu erbauten Kreisaltenheim nicht mehr befriedigt werden konnte und so wurde bereits 1973 ein Erweiterungsbau mit 45 Einzelappartements und drei Doppelappartements erstellt. Damit standen insgesamt 175 Plätze zur Verfügung.

Die Zahl dezimierte sich jedoch in den folgenden Jahrzehnten wieder etwas, da die Einrichtung immer wieder zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst werden musste. So wurden 1993/94 alle Zimmer mit einem behindertengerechten Nassraum, Schwesternruf, Telefon und TV-Anschluss ausgestattet.

Tages- und Kurzzeitpflege

Im Jahre 2000 hat man schließlich die Außenanlagen auf der Südseite zu einem behindertengerechten Natur-, Therapie- und Erlebnisgarten umgestaltet. In 2002 wurde noch die Tagespflege Rosengarten ausgebaut und als teilstationäres Angebot für täglich zehn Gäste dem Kreisaltenheim angegliedert. Zur zeitweiligen Entlastung pflegender Angehöriger hat man 2005 im ehemaligen Schwesternwohnheim durch Um- und Anbau noch eine Kurzzeitpflege- Einrichtung für 14 Gäste geschaffen.

Angeregt durch Modellprojekte des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe zur Verbesserung der Situation der Pflegbedürftigen wurde 2007 ein Wohnhaus in Form von drei Hausgemeinschaften für je zehn Bewohner eingerichtet. Hier möchte man insbesondere dementen Menschen eine angenehm überschaubare Wohngemeinschaft bieten. Inspiriert von den guten Erfahrungen aus dem Betrieb der Hausgemeinschaften stattete man in 2014 auch die restlichen Aufenthaltsräume mit Wohnküchen aus, sodass diese Bewohner ebenfalls zu alltagsbekannten Aktivitäten ermuntert werden können. In diesem Zuge erfolgte auch eine Umstellung des kompletten Verpflegungswesen vom Tablett-System zu einem Familientisch-System. (bm)

Kommentare