Eine der ersten staatlich geförderten Brennstoffzellen ist in Niederaula in Betrieb

Kraftwerk für zu Hause

Strom und Wärme aus eigener Herstellung: Die neue Brennstoffzelle in Niederaula begutachten (von links) der hessische Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister, Ceramic-Fuel-Cells-Gechäftsführer Andreas Ballhausen, der Europa-Abgeordnete Thomas Mann, Betreiber Mario Reinicke, Siegmund Laufer vom Energieversorger EAM sowie Bürgermeister Thomas Rohrbach. Foto: Eisenberg

Niederaula. Eine der ersten staatlich geförderten Brennstoffzellen in Hessen läuft seit kurzem in Niederaula. Betreiber Mario Reinicke hat die neue Technik zur Strom- und Wärmeerzeugung, die in einer Wohnanlage der Provita 21 installiert ist, gestern Vertretern aus Politik und Energiewirtschaft vorgestellt. Zu den Gästen zählten der hessische Europastaatssekretär Mark Weinmeister (CDU) und der CDU-Abgeordnete im Europaparlament, Thomas Mann.

Die Anlage des Herstellers Ceramic Fuel Cells arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Neben einer Erdgasbrennwert-Wandheizung kommt dabei auch eine Brennstoffzelle zum Einsatz.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Blockheizkraftwerken wird das Erdgas darin nicht verbrannt und der Strom nach dem elektromagnetischen Prinzip in einem Generator erzeugt, sondern die Elektrizität entsteht durch elektrochemische Reaktionen.

Die Zelle erzeuge mehr Strom als Wärme, erläutert Tobias Bätz von der gleichnamigen Niederaulaer Haustechnikfirma, die die Anlage eingebaut hat. Damit werde die Brennstoffzelle auch für Privathaushalte interessant. Dort habe es für die bisher bei der Kraft-Wärme-Kopplung anfallenden Wärmemengen an Abnehmern gefehlt.

Pro Jahr liefert die Brennstoffzelle 13 000 Kilowattstunden Strom und 5 000 Kilowattstunden Wärme. Die Wärme wird dabei im Warmwasserkreislauf des Gebäudes verbraucht. Übersteigt die Stromerzeugung den Eigenbedarf des Gebäudes, wird er ins öffentliche Netz eingespeist.

Laut Ceramic-Fuel-Cells-Vorstandsmitglied Andreas Ballhausen verbraucht die Heizungsanlage 30 bis 40 Prozent weniger Brennstoff als die Ölheizung aus dem Jahr 1986, die zuvor in dem Gebäude installiert war. Außerdem werde der Kohlendioxidausstoß um die Hälfte gesenkt.

Eine von 33

Die neue Brennstoffzelle in Niederaula ist eine von 33 Mikrokraftwerken, die das Land Hessen mit Geld des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt. Von den gut 28 000 Euro, die die Brennstoffzellenheizung ohne Einbau gekostet hat, kommt die Hälfte aus den Fördertöpfen. Bei dem Gebäude, das ursprünglich eine Arztvilla war und später als Gemeindehaus der evangelischen Gemeinschaft diente, war der Einbau mit An- und Umbauten, einer energetischen Sanierung und der Installation einer Fußbodenheizung verbunden. Die Brennstoffzelle soll sich laut Hersteller aber auch mit vergleichsweise geringem Aufwand in bestehende Heizungsanlagen integrieren lassen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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