Oberaulas Ortsteil Ibra gewinnt hr-Wettbewerb „Dolles Dorf 2012“ auf dem Hessentag

Kleines Dorf ganz groß

Ortsvorsteherin Jacqueline Thamer mit dem „Goldenen Onkel Otto“, der künftig im Dorfgemeinschaftshaus thront. Foto: Hanisch

Ibra. Auch am Morgen danach herrscht noch Siegestaumel und eine gewisse Ungläubigkeit unter den Ibraern: Der kleine Ortsteil von Oberaula hat den „Goldenen Onkel Otto“ in der Kategorie „Dolles Dorf 2012“ gewonnen.

Gerade mal 150 Einwohner zählt Ibra, das kleine Dorf im Schwalm-Eder-Kreis, das am vergangenen Sonntag im Finale auf dem Hessentag in Wetzlar den hr-Wettbewerb „Dolles Dorf“ gewonnen hat.

Von der Auslosung bis zum Endspurt am vergangenen Wochenende war es allerdings ein weiter Weg, der viel Arbeit und Organisation erforderte, wie zum Beispiel die überzeugende Darstellung des Dorfes in der Hessenschau. „Wir haben unsere Hühner gezeigt, die blassgrüne Eier legen, jemanden der Landmaschinen-Modelle sammelt und unser Heimatmuseum“, erzählt die Ibraer Ortsvorsteherin Jacqueline Thamer.

Dorf-Porträt überzeugte

Offensichtlich gefiel den Zuschauern das Dorf-Porträt so gut, dass sich Ibra durch Telefon- und Onlineabstimmung mit drei weiteren Dörfern bis ins Finale kämpfen konnte. „Damit hat wirklich keiner gerechnet. Wir haben nicht mal gedacht, dass wir es bis nach Wetzlar schaffen – Ibra hat ja auch nur so wenige Einwohner“, freut sich Thamer. Und tatsächlich ist der Ortsteil von Oberaula das bisher kleinste Dorf, das den Wettbewerb des hr-Fernsehen für sich entscheiden konnte.

Bei dem Finale am Hessentag mussten sich die Ibraer bei einem Hessenquiz und kniffligen Spielen, wie dem „Kuhmelken“ oder dem „Tortenbalancieren“ dann nochmal richtig ins Zeug legen. „Wir waren vorher ganz schön aufgeregt, aber es hat sehr viel Spaß gemacht, und wir haben alle unser Bestes gegeben“, sagt die Studentin Julika Stockard, die ihr Heimatdorf aktiv unterstützen wollte.

Von Anfang an waren die Ibraer punktemäßig vorne mit dabei und konnten schließlich mit der alles entscheidenden Zuschauer-Abstimmung den „Goldenen Onkel Otto“ für sich gewinnen.

„Die Freude bei uns war wirklich groß. Wir hatten sogar einen Glücksbringer dabei: Ein Hufeisen, das unser Schmied extra für diesen Anlass gefertigt hat“, erzählt Gerhard Schmerer mit Stolz in der Stimme.

Hilfe von allen Seiten

Auch wenn das Hufeisen für das nötige Quäntchen Glück gesorgt hat, ist es vor allen Dingen der vielfältigen Unterstützung zu verdanken, dass sich Ibra künftig mit dem Titel „Dolles Dorf 2012“ schmücken darf, betont Thamer.

Selbstverständlich wurde der Sieg schon ordentlich gefeiert. Am Donnerstag gehen die Festivitäten in die nächste Runde: bei einem zünftigen Brathähnchen-Essen.

Von Christin Hanisch

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