Kinderbetreuung und Friedhofsbenutzung werden deutlich teurer – Allgemeinheit subventioniere jeden Kita-Platz mit 4500 Euro

Kirchheim dreht weiter an der Gebührenschraube

Kirchheim. Die Änderung der Friedhofs- und Kindergartensatzung stand auf dem Programm der Gemeindevertretersitzung Kirchheim Dabei meint Satzungsänderung nichts anderes als Gebührenerhöhung. Nachdem das Parlament zum Erreichen der Schutzschirmvorgaben schon in den vergangenen Sitzungen Steuern und Gebühren kräftig nach oben geschraubt hatte, ging der Reigen der Preiserhöhungen weiter.

Ohne große Diskussion wurde die neue Friedhofssatzung mit 14 Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung beschlossen. Der Erwerb einer Einzelgrabstätte kostet nunmehr 400 statt bisher 370 Euro, für ein Doppelgrab fallen 1000 statt vorher 900 Euro an und für eine Urnengrabstätte steigen die Kosten von 170 auf 200 Euro. Weitere Einzelheiten sind der elfseitigen Satzung zu entnehmen, die am Tag nach Bekanntgabe in Kraft tritt.

Drastischer fielen die Gebührenerhöhungen in der mit 13 Ja-, fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedeten Satzung für die Kindertagesstätte Regenbogen aus. Die Kosten für über dreijährige Kinder für die Betreuungszeit von 7 bis 13 Uhr steigen von 70 Euro im Monat auf 120 Euro. Für die Betreuungszeit von 7 bis 18 Uhr werden die Gebühren von 120 auf 245 Euro mehr als verdoppelt. Auch die Eltern der Kleinkinder unter drei Jahren werden deutlich zur Kasse gebeten. Für die Betreuungszeit von 7 bis 14 Uhr sind jetzt 213,75 Euro statt bisher 110 und für die Zeit von 7 bis 18 Uhr 348,75 statt 150 Euro pro Monat zu bezahlen. Die Satzung tritt am 1. August in Kraft.

690 000 Euro koste der Kindergarten die Gemeinde pro Jahr, erklärte Bürgermeister Manfred Koch. Laut Vorgaben müssten die Eltern ein Drittel dieser Kosten, also 230 000 Euro, übernehmen. Bei all den Kostensteigerungen schmerze diese Erhöhung am meisten, räumte Koch ein. Etwa 30 000 Euro bringe die Gebührenerhöhung der Kommune und sei damit Schutzschirmkonform, sagte Koch. Während Stefan Nieding (CDU) monierte, zu wenig auf der Einsparseite zu unternehmen und die Bürger dadurch zu sehr zu belasten, berichtete Oliver Kurz (SPD), dass die Mehrzahl der Eltern in einem in der Tagesstätte geführten Gespräch „kaum geschockt“ auf die neuen Gebühren reagiert hätten, wohl wissend, dass andernorts die Nutzung der Kindertagesstätten deutlich teurer sei. Auch nach der Gebührenerhöhung werde „jedes Kind mit rund 4500 Euro pro Jahr von der Allgemeinheit subventioniert.“ (lö)

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