Ferienhaus-Siedlung Mengshausen feiert 50-jähriges Bestehen mit Stammgästen

300 Kilometer wegen der Ruhe

Hand in Hand durch die Feriensiedlung: Die Enkelkinder der Familie Alles. Das rechte Foto zeigt die Stammgäste mit Landrat und Bürgermeister vor dem Ferienhaus mit Schwimmbad.

Mengshausen. Irmgard (69) und Hermann Esser (72) kommen aus Duisburg. Genau 300 Kilometer sind es von ihrer Haustüre bis zu den Ferienhäusern in Mengshausen. „Die Strecke fahren wir gerne, weil es so ruhig hier ist“, meint Irmgard Esser. Ihr Mann kann das nur bejahen: „Wir fühlen uns hier pudelwohl.“ Helga und Willi Merkel stammen aus Bochum. „Früher konnten wir abends im Dorf immer die frische Milch holen. Das war für uns immer ein Highlight“, meinte Willi Merkel, der in Mengshausen Abwechslung vom Beruf als Postbeamter fand.

Seit fast 40 Jahren kommen die beiden Ehepaare wie einige andere auch in den Niederaulaer Ortsteil. Klar, dass sie auch nicht fehlen durften, als die aus fünf Häusern bestehende Siedlung, die auf dem Weg zur Mengshäuser Kuppe liegt, ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Die Inhaber, Elsbeth und Kurt Alles, hatten auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, Bürgermeister Thomas Rohrbach, den Ersten Beigeordneten Burkhard Daube und Ortsvorsteher Stefan Bauer zu dem kleinen Empfang eingeladen und alle waren gekommen. Der Landrat selbst gab zu, dass er das erste Mal das Fuldatal aus diesem Blickwinkel sehen durfte.

Die Ferienhäuser in Schmidts Heimatgemeinde Nentershausen wurden fast zeitgleich mit denen in Mengshausen gebaut, erläutert Elsbeth Alles bei der Begrüßung. Ihr Vater Fritz Diebel hatte Anfang der 60-er Jahre die Idee dazu. Alles: „Ferienhäuser waren damals eine echte Marktlücke.“

Geschichten aus dem Paradies

Die Häuser wurden von Beginn an das ganze Jahr über angeboten. Im Winter heizte ein Ölofen die Wohnungen. Elsbeth Alles: „Das war damals recht billig. Denn ein Liter Öl kostete im Jahr 1962 nur acht Pfennige.“ Geschichten aus der Mengshäuser Ferienhaussiedlung sind Geschichten aus dem Paradies. Wie gut den Urlaubern aus Großstädten wie Köln oder Duisburg die himmlische Ruhe in der Ferienhaussiedlung gefallen hat, kann man in den Gästebüchern nachlesen. Dort haben sich fast alle eingetragen. Wandern, Pilze sammeln, Heu machen oder Ausflüge nach Bad Hersfeld, früher an die innerdeutsche Grenze oder in die Rhön – das alles gehört zu den Erlebnissen der Erholungssuchenden.

„Als damals die Grenze aufgemacht hatte, haben wir gleich Urlaub in Mengshausen gebucht, damit wir einen Abstecher nach Thüringen machen konnten“, erinnert sich Willi Merkel. Einige Familien kommen schon in der dritten Generation in den Niederaulaer Ortsteil. „Hier entstanden echte Freundschaften für ein ganzes Leben. Ein Paar hat sogar später geheiratet“, erzählt Elsbeth Alles. Die fünf geräumigen Häuser bieten Platz für fünf Personen. Jedes Haus hat eine überdachte Terrasse. Zur Siedlung gehören auch ein solarbeheiztes Schwimmbad sowie eine Sauna.

Von Hartmut Wenzel

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