Elf Jugendliche aus Südfrankreich zelten am Waldschwimmbad Oberaula

Keine Sprachbarrieren

Lagerfeuer-Romantik: Ein einwöchiges Zeltlager veranstaltete der Patenschaftsverein Oberaula für 22 Jugendliche aus Marsanne und Oberaula neben dem Waldschwimmbad. Obwohl das Wetter nicht gerade optimal war, ging das Lagerfeuer kein einziges Mal aus. Foto: Löwenberger

Oberaula. Ob sie vielleicht lieber zu Hause geblieben wären, wenn sie vorher gewusst hätten, dass die 1000 Kilometer lange Busfahrt wegen eines Megastaus fünf Stunden länger als geplant dauert und dass sie Sonnenschein und 30 Grad in Südfrankreich gegen 15 Grad und Regen in Nordhessen tauschen würden?

Nein, diese Frage stellte sich den elf Jugendlichen aus Marsanne, die sich in Oberaula mit ebenso vielen Deutschen zu einem einwöchigen Zeltlager trafen, nicht. Auch wenn sich in dem meist kalten und feuchten Lager neben dem Waldschwimmbad die Lagerfeuerromantik nur zeitweise ausbreitete und man zahlreiche Aktivitäten in die Mehrzweckhalle verlegen musste, war die Stimmung unter den Jugendlichen sehr gut. Das lag nicht zuletzt an dem umfangreichen Programm, das der Vorsitzende des Patenschaftsvereins Lothar Scheibert mit seinem Team zusammen gestellt hatte.

Rundgang durch Gemeinde

Unter dem Motto „Sprachschwierigkeiten überwinden“ lernten die zwölf bis 15-Jährigen nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Klaus Wagner ihre Gastgebergemeinde bei Rundgängen mit und ohne Satellitenunterstützung kennen, konnten Soldaten in Schwarzenborn bei der Geländeausbildung beobachten oder sich der deutschen Sprache im Bad Hersfelder „wortreich“ nähern. Das Vorfeld des Frankfurter Flughafens erkundeten die Jugendlichen in einem Bus der Bundespolizei und auch auf der Feuerwache 3 der Startbahn West gab es viel Interessantes zu entdecken.

Dazu gab es reichlich sportliche Aktivitäten wie einen Besuch im Schwimmbad oder ein Fußballturnier und natürlich jede Menge Spaß und Action in der Freizeit oder beim gemeinsamen Frühstücken oder Grillen.

Auf das Jahr 1984 geht die Patenschaft zwischen Oberaula und dem südfranzösischen Marsanne zurück. Damals waren besonders die Spielmannszüge der Feuerwehren Auslöser der ersten Kontakte. Seit dem ist die Partnerschaft ständig gewachsen, eine Verschwisterung hat zwischenzeitlich stattgefunden und gegenseitige Besuche sind die Regel. Die Jugendlichen sind mittlerweile wieder in der heimatlichen Sonne angekommen. Schon in wenigen Tagen macht sich ein Bus voller Erwachsener auf den Weg von Oberaula nach Marsanne.

Von Bernd Löwenberger

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