Tabea Heipel aus Breitenbach/H. ist nach dem Studium nach Hause zurückgekehrt

Keine Heimat in der Stadt

Mag die bodenständigen Menschen in der Region: Diplom-Verwaltungswirtin Tabea Heipel ist nach dem Studium in den Landkreis zurückgekehrt. Unser Bild zeigt die 24-Jährige am Mückenstürmerdenkmal in Bad Hersfeld. Foto: Eisenberg

Hersfeld-Rotenburg. „Da gibt es nichts“, lautete die Antwort von Tabea Heipel, als sie von einem Vorgesetzten gefragt wurde, zu welchen Konditionen sie denn wohl in Südhessen bleiben würde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die 24-Jährige längst entschieden: Sie wollte zurück in ihre Heimat, zurück in den Landkreis Hersfeld-Rotenburg. 2008, als sie ihr Abitur an der Modellschule Obersberg bestanden hatte, zog es Tabea Heipel zunächst erstmal weg aus der Region und ihrem Heimatort Breitenbach am Herzberg.

Die Breitenbacherin entschied sich für ein duales Studium als Inspektorenanwärterin an der Hessischen Hochschule für Verwaltung und Polizei in Wiesbaden. Die Mischung aus Theorie und Praxis sowie der klare Anwendungsbezug habe ihr gefallen, berichtet sie.

„Erst wenn man weg ist, weiß, man die Vorzüge unserer Region so richtig zu schätzen“, sagt Tabea Heipel. Zu anonym und unpersönlich sei es ihr in Wiesbaden gewesen, erzählt sie. Warum genau ihr das Stadtleben nicht zugesagt hat, sei schwierig zu erklären. „Das war einfach kein Zuhause für mich“, sagt die Diplom-Verwaltungswirtin.

Zuhause, das war für sie ihre Heimatgemeinde Breitenbach am Herzberg, der Ort in dem sie aufgewachsen ist, in dem ihre Familie lebt und wo sie noch zahlreiche Freunde und Bekannte hatte. Schnell sei deshalb klar geworden, dass sie nach ihrem Studium zurück in die Region möchte. Sie habe sich deshalb im Großraum Nordhessen beworben. „Dass es dann gleich mit einer Stelle in Bad Hersfeld geklappt hat, war großes Glück. Das hat sich so ergeben“, berichtet die Breitenbacherin.

Seit dem Jahr 2011 arbeitet Tabea Heipel in der Außenstelle Bad Hersfeld des Regierungspräsidiums Kassel, ist dort in der Umweltverwaltung für Genehmigungen und Anträge rund um das Thema Abfall zuständig.

Dass sie zurückgekommen ist, bereut Tabea Heipel nicht. Die Einkaufsmöglichkeiten, häufig als Argument für das Stadtleben genannt, seien auch in unserer Region nicht schlecht. Ein wenig bedauere sie jedoch, bei den meisten Wegen auf das Auto angewiesen zu sein.

„Ich mag die Leute hier, das Bodenständige, da weiß man woran man ist“, erzählt sie. Ihr gefalle das Leben im ländlichen Raum, die Art, wie in den Dörfern gefeiert wird. Das alles sei mehr wert, als ein Leben in der Stadt.

In ihrer Heimatregion möchte sich Tabea Heipel aktiv einbringen. Seit 2007 ist sie Mitglied den Jusos, seit 2011 Vorsitzende des Kreisverbandes. Für die SPD sitzt sie außerdem in der Gemeindevertretung ihrer Heimatgemeinde. „Ich möchte etwas für die unsere Gegend erreichen“, sagt Tabea. Das fange oft bei den Jusos an. „Manchmal muss man die Südhessen schon daran erinnern, dass unser Bundesland nicht nördlich von Frankfurt aufhört“, erzählt Tabea Heipel lachend.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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