Kirchheimer Gemeindevertretung zieht Wege zum Gershäuser Gewässer ein

Kein Zugang zum See

Beim Volks-Triathlon schwimmen die Sportler durch den Silbersee, ansonsten hat das Gewässer seine Bedeutung für Badegäste und als Löschwasserspeicher verloren. Die Gemeinde will jetzt die Zuwege einziehen. Archivfoto: Eyert

Kirchheim. Keine Spur von vorweihnachtlicher Besinnlichkeit während der Jahresabschlusssitzung der Kirchheimer Gemeindevertretung: Für Wirbel sorgten am Donnerstag nicht nur die Anfragen der CDU zur Pferde- und Bettensteuer (HZ vom Samstag), sondern auch die Entwidmung der Wege zum Silbersee in Gershausen und eine CDU-Anfrage zum Heizölverbrauch von gemeindlichen Gebäuden.

Zu Beginn war die CDU mit ihrem Ansinnen, zwei Dringlichkeitsanträge auf die Tagesordnung zu setzen, an der SPD-Mehrheit gescheitert. Zum einen ging es dabei um die Betriebskommission der Gemeindewerke, die vierteljährlich zusammenkommen soll. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Curth kritisierte, dass das Gremium bisher nur im ersten Quartal 2013 getagt hatte und wollte Bürgermeister Manfred Koch als Vorsitzenden auffordern, die überfälligen Sitzungen nachzuholen und künftig zeitnah anzusetzen. Weil der Verwaltungschef bereits einen Sitzungstermin in Aussicht gestellt hatte, sah die SPD-Mehrheit in dem Anliegen ebenso wenig eine Dringlichkeit, wie in Curths Ansinnen, den künftigen Haushaltsplänen eine Aufstellung sämtlicher Kredite beizufügen. Auch bei der Einziehung von ehemaligen Wegen zum Silbersee gab es Differenzen. Ein CDU-Änderungsantrag dazu wurde bei sieben Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und elf Gegenstimmen abgelehnt. Wolfgang Curth hatte diesen damit begründet, dass die von der Gemeinde abgelegte Teichanlage ursprünglich als Badesee dienen und frei zugänglich sein sollte. Da die ehemalige Liegewiese bereits verkauft worden war, falle mit dem Verkauf der bisher von der Feuerwehr zur Wasserentnahme genutzten Wege der letzte öffentliche Zugang weg. Der Christdemokrat forderte deshalb, gleichzeitig mit der Entwidmung die Unterhaltung des Sees einschließlich Damm, Ablauf und Tosbecken auf die privaten Grundstückseigentümer zu übertragen. Unterschiedliche Ansichten offenbarten Curth und Bürgermeister Manfred Koch dabei zur Frage, wer Besitzer der aus dem gemeindlichen Bachlauf auf private Grundstücke aufgestauten Wasserfläche sei. Zudem betonte der Verwaltungschef, dass es bei diesem Beschluss lediglich um die Einziehung des Weges gehe, während der mögliche Verkaufspreis und die Unterhaltspflicht gesondert behandelt werden müssten.

Das grundsätzliche Ansinnen, die ohnehin nicht mehr als Wege nutzbaren Parzellen zum angemessenen Preis zu verkaufen, erachtete Helmut Heß (CDU) als richtig. Der Ursprungsantrag zur Entwidmung fand schließlich auch die Zustimmung aller Gemeindevertreter. Zum 1. April verlieren die Parzellen damit ihre Funktion als öffentlicher Weg, Widersprüche sind bis Februar aber noch möglich.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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