Vier Jahre nach dem Brand ist die ehemalige Gastwirtschaft immer noch ungenutzt

Kein Konzept für Ruine

Brandruine im Ortskern von Niederaula: Vor vier Jahren war in der leerstehenden Gastwirtschaft ein Feuer ausgebrochen. Konkrete Nutzungspläne für das Objekt gibt es derzeit nicht. Foto: Eisenberg

Niederaula. Eine dichte Rauchwolke waberte am 30. Januar 2009 über der Marktgemeinde Niederaula. Eine leerstehende Gaststätte an der Hauptstraße ging in den Nachmittagsstunden in Flammen auf – wie sich später herausstellte, hatten Jugendliche in dem Gebäudekomplex gezündelt.

Nach dem Großeinsatz der Feuerwehren mit mehr als 100 Einsatzkräften blieb das Gebäude als Brandruine in der Ortsmitte von Niederaula zurück. Und steht auch gut vier Jahre nach dem Brand, gesichert durch Bauzäune, ungenutzt in der Ortsmitte. Dieser Zustand sorgt bei vielen Niederaulaern für Unmut. Eine Änderung in naher Zukunft scheint derzeit aber nicht in Sicht zu sein.

Für eine Wiederbelebung des zuletzt als Asylbewerberheim genutzten Areals gebe es derzeit keine konkreten Pläne, teilt der Eigentümer, Architekt Rolf Uwe Schönewolf, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Vor dem Brand hatte Schönewolf Pläne für ein betreutes Wohnen vorgestellt; zuletzt mit dem DRK-Kreisverband als Partner. „Das hat sich aufgrund fehlenden Interesses zerschlagen“, sagt Schönewolf heute. Das Konzept für die Wohnanlage habe Eigentumswohnungen vorgesehen. „Daran gibt es im ländlichen Raum aber kein Interesse“, sagt Schönewolf. Der DRK-Kreisverband, der seinerzeit als Partner in das Projekt einsteigen wollte, liegt mit seinem früheren Geschäftsführer im Rechtsstreit, die Tochtergesellschaften haben Insolvenz angemeldet. Pläne für ein betreutes Wohnen in Niederaula verfolge das DRK nicht, teilt dessen Vorsitzender Gunter Müller auf Anfrage mit.

Nicht glücklich

Nicht besonders glücklich über über den Schandfleck im Kernort ist auch Bürgermeister Thomas Rohrbach. Dennoch gebe es für die Gemeinde kaum Möglichkeiten, in diesem Fall tätig zu werden. Die Bauaufsicht des Kreises habe das Gebäude begutachtet und angeordnet, das Gelände mit einem Bauzaun zu sichern. Da das ehemalige Gasthaus bei dem Brand kaum beschädigt worden sei, bestehe bisher keine Einsturzgefahr. Allerdings betont der Verwaltungschef: „Wenn es neue Pläne für das Gelände geben sollte, die zum Wohnumfeld passen, wird die Gemeinde diese mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützen.“

Eigentümer Rolf Uwe Schönewolf will nach eigenem Bekunden ein neues Nutzungskonzept für das Brandobjekt erstellen. „In diesem Zustand soll es nicht ewig bleiben“, versichert der Architekt.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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