Karl-Heinz Nuhn †

Karl-Heinz „Sechser“ Nuhn. Foto: nh

Für den Karneval muss man geboren sein, lautete die Devise von Karl-Heinz, genannt „Sechser“, Nuhn. Noch unmittelbar vor seinem Tod hatte der Ehrenpräsident des Niederjossaer Karnevals bei einem Pressetermin für einen Artikel unserer Zeitung von seinem Wirken als Karnevalist erzählt. Am selben Abend ist Nuhn im Alter von 85 Jahren verstorben.

Aus Trauer um ihren Ehrenpräsidenten haben die Jäscher Narren den Karneval in diesem Jahr abgesagt.

1928 in Köln, der Heimatstadt seiner Mutter geboren und, wie er selbst scherzhaft sagte, „mit Rheinwasser getauft“, hatte Karl-Heinz Nuhn den Karneval im Blut. Und das, obwohl er im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach „Joss“, den Heimatort seines Vaters kam.

Seine erste Narrenkappe hatte der Sattlermeister seinerzeit für fünf Mark am Kölner Bahnhof erstanden.

Mit Maskenbällen und Kappenabenden begannen Nuhn und seine Mitstreiter. Im Laufe der Zeit entstanden mehrtägige Karnevalsveranstaltungen mit Seniorenfasching, Prunksitzung und Kinderkarneval. In seinem Hochzeitsanzug und mit Narrenkappe – so führte Nuhn bis ins Jahr 1997 durch das Programm. Ein Elferrat stand ihm dabei nicht zur Seite: „Den brauchen wir nicht, die sitzen eh nur dumm herum“, hatte Nuhn augenzwinkernd betont.

Stolz war der Ehrenpräsident darauf, dass die Niederjossaer Narren ihre Programme stets komplett mit Gruppen aus den eigenen Reihen bestritten und nicht auf hinzuengagierte Akteure von außerhalb zurückgreifen mussten. Nuhn bezeichnete sich selbst als Vereinsmenschen.

Von 1971 bis 1989 führte er die Feuerwehr, gehörte dem Sportverein zunächst als Aktiver und dann als Karnevalspräsident an. Im Männerchor war er förderndes Mitglied. Seine Kunstfertigkeit als Sattler und Polsterer zeigte er auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben noch gern bei stehenden Festzügen und Ortsjubiläen.

Seine Begeisterung für den Karneval hat der „Sechser“ Karl-Heinz Nuhn auch an seine Kinder und Enkel weitergegeben. In seine Fußstapfen als Sitzungspräsident ist Schwiegersohn Uwe Seel getreten, der damit Nuhns Lebenswerk fortführt. (jce)

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