Gemeindevertretung Niederaula lehnt nochmalige Überprüfung der Leitungen ab

Die Kanäle sorgen für Wirbel

Sorgt in der Marktgemeinde Niederaula für Wirbel: Der Straßen- und Kanalbau. Archivfoto: Löwenberger

Niederjossa. Es war eine Minute vor 23 Uhr und damit nach der Geschäftsordnung gerade noch rechtzeitig vor Sitzungsschluss, als die Niederaulaer Parlamentsvorsitzende Petra Wiesenberg als letzten Tagesordnungspunkt die Grundstücksangelegenheiten aufrief, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt wurden. Da hatten sich die Parlamentarier jedoch schon darauf geeinigt, zehn Tagesordnungspunkte aus Zeitgründen auf die nächste Sitzung zu verschieben.

Für ausgiebige Diskussionen hatte insbesondere der Antrag der Grünen-Fraktion gesorgt, die Unterlagen der Kanaluntersuchungen im Gemeindegebiet zu einer Zweitbegutachtung durch die Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik (GKU), eine Tochter der Fuldaer Rhön-Energie, an der auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg beteiligt ist, zur Verfügung zu stellen. Die Kosten dafür sollten laut Grünen-Antrag vom Verein Bürger für Niederaula getragen werden. Dem Verein seien Umstände bekannt geworden die Zweifel an den Zustandsbeschreibungen der Abwasserkanäle aufkommen ließen.

Die Grünen-Fraktion habe sich von der Bürgerinitiative vor den „Wagen der Zwietracht“ spannen lassen, um die Gemüter zu erhitzen, wetterte Bürgermeister Thomas Rohrbach. Die Aufnahmen der Kanäle seien im Laufe des Verfahrens mehrfach überprüft und bei den Bürger- und Anliegerversammlungen zugänglich gemacht worden, so der Rathauschef. Zudem sei die Kanaluntersuchung eine hoheitliche Aufgabe; die Unterlagen dürften nicht an Dritte herausgegeben werden. Eine weitere Begutachtung könne deshalb nur die Marktgemeinde in Auftrag geben und müsse diese dann auch bezahlen, wenn der Bürgerinitiative die Mittel ausgehen.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Hirschbrich sah eine weitere Begutachtung nicht als notwendig an. Es war doch immer Herr Köhler (Grüne), der den Grundwasserschutz als höchstes Gut gepriesen hat. Das gilt nun vor seiner Haustür wohl nicht mehr“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Persönliche Angriffe

Diese in seinen Augen persönlichen Angriffe wollte wiederum der Grünen-Fraktionsvorsitzende so nicht stehen lassen. Nachdem Köhler seinen Antrag abgeändert hatte – statt allen Aufnahmen sollten nur noch die nicht sanierten Kanäle begutachtet werden – und einer Sitzungsunterbrechung fand der Antrag schließlich keine Mehrheit. Dafür stimmten bei einer Enthaltung CDU/AfD, Grüne und der Fraktionslose Thomas Müller, die SPD-Mehrheitsfraktion lehnte ihn ab. Morgen mehr

Von Jan-Christoph Eisenberg

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