Verein Bürger für Niederaula übt heftige Kritik an Bürgermeister Thomas Rohrbach

„Kanäle plötzlich gesundet“

Niederaula. Der Verein Bürger für Niederaula sieht sich vom amtierenden Bürgermeister der Marktgemeinde, Thomas Rohrbach, diskreditiert. Dabei beziehen sich die Vereinsmitglieder auf eine Pressemitteilung Rohrbachs, in der dieser auf einen Leserbrief zum Thema Straßenbeiträge des Personalratsvorsitzenden der Kreisverwaltung, Gerhard Eckstein, geantwortet hatte. Eckstein ist Mitglied im Verein Bürger für Niederaula.

In einer Pressemitteilung üben die Bürger für Niederaula Kritik an den Informationsveranstaltungen des Bürgermeisters. „Wer die komplizierte Thematik Straßenbeiträge nicht ausreichend kennt, mag die Ausführungen des Bürgermeisters widerspruchslos hingenommen haben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Die Stadt Idstein zeige auf ihrer Internetseite, wie solche Informationen korrekt aufgearbeitet würden.

Nur für Anlieger

Zudem kritisiert der Verein, dass zu Informationsveranstaltungen jeweils nur die Anlieger zugelassen seien und sich mit Einladungsschreiben legitimieren mussten. „Den gewünschten Beistand erhielten die Straßenanlieger in den teils heftig ausgetragenen Rededuellen aufgrund von Vollmachten, die sie für Mitglieder des Vereins Bürger für Niederaula ausgestellt hatten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Bürgermeister habe durch Weglassen wichtiger Informationen ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit, so die Bürgerinitiative. So schreibe Rohrbach, dass ein Stopp des Bauprogramms die Rückzahlung der bereits 2007 abgerufenen Fördermittel in Millionenhöhe die Marktgemeinde Niederaula nicht davon befreie, die festgestellten Schäden im Kanalbereich umgehend zu beseitigen. Tatsächlich habe die Gemeinde lediglich einen Zuschuss von 100 000 Euro erhalten. Die restlichen 2 900 000 Euro seien ein Darlehen. Weil die Bauarbeiten bis zum 17. September 2016 gestreckt worden seien, könne von einer umgehenden Beseitigung der Schäden keine Rede sein.

Bei zwei Straßen in Niederjossa und Hattenbach seien zudem angeblich schadhafte Kanäle im Wahljahr plötzlich gesundet.

Schulden steigen

Abschließend prognostizieren die Bürger für Niederaula, dass ohne Reduzierung des Straßensanierungsprogramms von den Niederaulaer Bürgern 16 Millionen Euro aufzubringen seien und die Schulden der Gemeinde auf eine nicht zu verantwortende Höhe steigen, obwohl die Marktgemeinde Niederaula keine Rücklagen besitze und einen defizitären Haushalt aufweise. (red/jce)

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