Käffchen und Zigarette

Auf dem Rastplatz Rimberg an der A5 halten täglich Reisende aus ganz Europa

Die „Lönsradler“ machen Rast : Die Gruppe von Fahrradfahrern und Fußballfans ist auf dem Weg nach Bad Münster. Rechts sitzen Herbert Vennebusch, Rolf Lippegaus und Herrmann Hommelsheim. Links genießen ihr Frühstück: Hans-Gerd Danzer, Dieter Lippegaus und Seppel Fischer. Foto: Sell

BREITENBACH/H. Viel los auf der Raststätte Rimberg an der Autobahn 5: Autos, Sprinter, Lkw und Wohnmobile tummeln sich auf dem Parkplatz. Während ein Autofahrer seinen Hund ausführt, vertritt sich eine Gruppe von Schweizern nach der langen Autofahrt die Beine.

Sechs rüstige Radfahrer aus Paderborn haben ihr mitgebrachtes Frühstück auf dem Picknicktisch ausgebreitet. Sie sind unterwegs nach Bad Münster am Stein (Rheinland-Pfalz), wo sie an der Nahe entlang von der Quelle bis zur Mündung radeln wollen. „Zunächst machen wir einen Zwischenstopp in Kaiserslautern, um uns das Fußballspiel gegen den SC Paderborn anzuschauen“, erzählt Herbert Vennebusch. „Abends wollen wir nach dem Spiel noch den Sieg feiern“, grinst der Fußballfan. In den folgenden drei Tagen werden die 68- bis 78-Jährigen etwa 120 Kilometer mit dem Rad zurücklegen.

Ein paar Meter weiter haben zwei befreundete Ehepaare zufällig das selbe Ziel. Nach der Stärkung am Rimberg geht auch für sie die Reise weiter nach Bad Münster, wo sie einen Kurzurlaub verbringen. „Wir wollen Rad fahren und wandern“, erklärt Günther Fritzsche. Seine Frau Gabriele wirft ein: „Die Männer machen Sport, wir Frauen gehen einkaufen, Wein trinken und bewegen uns nur in Maßen.“

Auf dem Rastplatz herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Die Polizei führt eine Routinekontrolle an einem Lkw durch. Andere Trucker haben die Gardinen in den Fahrerkabinen zugezogen und halten ein Nickerchen. Ihre Kennzeichen verraten, dass sie aus Polen, Schweden und den Niederlanden kommen.

Unterwegs im hohen Norden

Beruflich von Hannover nach Mannheim sind Stefanie Ege, Julian Vogel und Holger Brennecke unterwegs. Nach zwei Stunden auf der Autobahn gönnen sie sich „Käffchen und Zigarette“.

Während Klaus Fischer seine Tochter zum Geburtstag in Offenbach besuchte, waren sein Schwager und seine Schwägerin mit dem Wohnmobil sieben Wochen lang in Finnland, Schweden und Dänemark unterwegs. „Auf dem Rückweg sammelte mich meine Familie in Offenbach ein. Jetzt geht es für uns zurück nach Berlin“, berichtet Fischer, derweil er bei einer kurzen Pause den Sonnenschein auf dem Parkplatz genießt. Und schon geht es wieder auf die Piste.

Von Franziska Sell und Sarah Rössing

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