120 Stände beim Burg-Herzberg-Festival – Traktoren halfen beim Aufbau

Hoops und Shiatsu

International und familienfreundlich: Diana Tsitekadze (hinten) ist extra aus Georgien angereist. Maiwenn und Hannah sind nur zwei von vielen Kindern, die beim Festival mit dabei sind. Fotos: Maaz

Breitenbach/H. Bunte Hoops, Filzstofftierchen und Flaschenöffner in Penisform – hauptsache farbenfroh und irgendwie individuell. An den Ständen beim Burg-Herzberg-Festival ist für jeden Besucher etwas dabei, egal ob jung oder alt, Hippie oder „Normalo“.

Natürlich geht es auch um Musik, doch das Drumherum ist beim Herzberg-Festival mindestens ebenso lässig und interessant. Insgesamt 120 Stände gibt es auf dem Gelände – mit kulinarischen Köstlichkeiten von Bio-Wurst über Steinofenpizza bis zu marokkanischen Falafel oder Hanf-Falden, Angeboten wie Auralesen und Basteln, Schmuck, Klamotten oder politischen Informationen.

René Zechmeister bietet entspannende Shiatsu-Massagen an.

„Die meisten melden sich vorher an, einige kommen aber auch spontan“, erzählt Katja Schmirler, die für die Händler und Stände zuständig ist. Viele seien Stammgäste, die jedes Jahr wieder kämen. Die Standplätze sind offenbar sehr begehrt. „Ich kriege jedes Jahr etwa 800 Bewerbungen“, so Schmirler. Die ersten Stände wurden bereits am Dienstag aufgebaut, die letzten kamen dann am Donnerstag, dem ersten Festival-Tag dazu.
Wegen des anhaltenden Regenwetters und der extrem aufgeweichten Wiesen, mussten alle Stände mit Schleppern auf ihre Plätze gezogen werden, viele fleißige Helfer schoben außerdem mit an. „So extrem war es noch nie“, meint Katja Schmirler.

Stroh und Holzpaletten

Farbenfrohe Einzelstücke: Gabrielea kommt aus der Nähe von Stuttgart und ist zum dritten Mal mit ihren handgemachten Hula-Hoop-Reifen beim Herzberg-Festival dabei.

Damit die Stände nicht komplett „absaufen“ und die Besucher überhaupt dorthin kommen, werden alle mit Stroh und Holzpaletten ausgestattet. Auch die Versorgungsfahrzeuge kommen nicht auf das schlammige Gelände, sodass die Waren mit Radladern angeliefert oder von der Straße aus über die Zäune gereicht werden.
Gabrielea aus der Nähe von Stuttgart verkauft selbstgemachte Hula-Hoop-Reifen in unterschiedlichen Größen, Farben und Materialien, die sich für unterwegs praktisch zusammenklappen lassen. „Das ist Bewegung für Körper und Geist“, so die Händlerin. Die richtige Hoop-Technik können Ungeübte gleich vor Ort in Workshops erlernen.

Wer nach unbequemen Nächten im Zelt oder den Anstrengungen des gesellschaftlichen Lebens Entspannung sucht, ist am Zelt von René Zechmeister richtig: Der Berliner bietet Shiatsu-Massagen an und ist seit vier Jahren in Breitenbach dabei. Shiatsu kommt aus Japan, gearbeitet wird mit leichtem Druck, ähnlich einer Thai-Massage, aber sanfter. „So eine Massage ermöglicht in kurzer Zeit in jeglicher Umgebung ein hohes Maß an Entspannung“, erklärt Zechmeister. Seinen Massagestuhl aus Holz hat er selbst gebaut. „Den erkennen hier viele gleich wieder.“

Entspannt sind beim Festival aber eigentlich ohnehin alle, trotz Regen und Schlamm.

Von Nadine Maaz

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