Breitenbacher Erdbeerbauern beliefern Supermärkte und Endverbraucher

Hochsaison für rote Frucht

Selbstvermarkter: Ihre Erdbeeren vermarktet Familie Kaiser auch direkt ab Hof. Unser Bild zeigt (von links) Karl-Heinrich, Andrea, Michael und Marie Kaiser. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Auch Erdbeeren können Sonnenbrand bekommen. Starken Sonnenschein wie etwa am Pfingstwochenende betrachtet Michael Kaiser deshalb mit Sorge.

Auf knapp 20 Hektar Land rund um Breitenbach am Herzberg und im benachbarten Vogelsbergkreis baut der Gärtnermeister gemeinsam mit seinem Bruder Karl-Heinrich Erdbeeren an. Damit diese keine Brandblasen bekommen, setzt der Erdbeerbauer auf altbewährtes: Breite Pflanzreihen und kräftiges Blattwerk, das den Früchten Schatten spendet. Dazwischen ist goldgelbes Stroh ausgestreut. Das soll verhindern, dass die Beeren direkt auf dem Ackerboden aufliegen oder bei starkem Regen Erde an die Früchte spritzt. Dadurch, erklärt Michael Kaiser, werde Krankheiten vorgebeugt.

Viele seiner Kollegen im Rhein-Main-Gebiet legen die Zwischenräume zwischen den Pflanzen mit schwarzer Folie aus. Dadurch würden die Früchte zwar schneller reif, seien aber auch noch hitzeanfälliger, erklärt der Landwirt. Viel wichtiger als direkte Sonneneinstrahlung sei ohnehin, dass die Erdbeeren in Ruhe reifen könne.

Zehn verschiedene Sorten

Nach dem Krieg hat Michael Kaisers Großvater mit dem Erdbeeranbau begonnen. Der Breitenbacher Betrieb und die Familie Daube aus Sorga sind die einzigen im Landkreis, die Erdbeeren im großen Stil anbauen. Zehn verschiedene Sorten – von ganz früher bis ganz später Reife – umfasst das Sortiment. Daneben baut die Familie auf insgesamt 50 Hektar auch Rosenkohl, Kürbisse und Weihnachtsbäume an.

Die Erdbeersaison beginnt im bergigen Breitenbach deutlich später als etwa in Südhessen. In der vergangenen Woche wurden die ersten Früchte gepflückt, bis Mitte Juli, hoffen Michael Kaiser, seine Frau Andrea und Tochter Marie, wird die Saison dauern. Auch wenn moderne Maschinen die Arbeit auf den Erdbeerplantagen erleichtern, ist noch immer viel Handarbeit nötig. Das gilt für das Unkrauthacken zwischen den einjährigen Pflanzen ebenso wie für die Ernte. Bis zu 60 Saisonkräfte aus Polen und Deutschland sind dazu auf den Feldern im Einsatz. Erntefrisch werden die Erdbeeren aus Breitenbach auf den Frankfurter Großmarkt geliefert, wo die Familie mit anderen Erzeugern einen Gemeinschaftsstand betreibt. Auch in den Filialen der Fuldaer Supermarktkette Tegut werden die Früchte angeboten. Viele Kunden aus der Region kaufen ihre Erdbeeren aber direkt beim Erzeuger – entweder auf der Plantage zum Selbstpflücken oder im Lager an der Breitenbacher Hauptstraße.

Auch wenn es im März und April zu trocken war und kürzlich die 80 bis 90 Liter Regen pro Quadratmeter „nicht auf einmal hätten fallen müssen“, wie Michael Kaiser betont, verspricht 2014 ein gutes Erdbeerjahr zu werden – vorausgesetzt, die Sonne scheint nicht zu unbarmherzig auf die roten Früchte.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Kommentare