Horst Sandlos hat die Breitenbacher Kirchengeschichte in einem Buch aufgearbeitet

Historie auf 200 Seiten

Hat die Geschichte der Breitenbacher Gotteshäuser intensiv erforscht: Im Eigenverlag hat Horst Sandlos sein Buch über die Kirchengeschichte veröffentlicht. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. „Gut Ding will Weile haben“, kommentiert Horst Sandlos die Entstehungszeit seines Buches über die Breitenbacher Kirche. Fast zehn Jahre lang hat der 74-Jährige in Archiven und Bibliotheken gestöbert. Die Ergebnisse hat Sandlos jetzt in einem Geschichtsband unter dem Titel „Breitenbach am Herzberg – Kirchengeschichte in wechselvoller Zeit“ im Eigenverlag veröffentlicht.

Am Anfang stand dabei das Interesse am Werdegang der eigenen Vorfahren. „Von meinem Vater waren noch ein paar Unterlagen da“, berichtet der 74-Jährige. Zeitzeugen seien eher dünn gesät gewesen, weshalb Sandlos auf Aufzeichnungen angewiesen war. „Dabei kam immer öfter die Kirche ins Spiel“, berichtet der Autor, der seit seiner Heirat in Motzfeld wohnt, den Kontakt in seinen Heimatort aber nie verloren hat. Dazu angespornt, sich mit der Geschichte des Gotteshauses zu befassen, wurde Sandlos durch ein Gespräch über die beiden gusseisernen Grabkreuze im Schatten des Gotteshauses.

Mühsam transkribiert

Mit seinen Recherchen im Staatsarchiv Marburg habe er dann ohne Vorkenntnisse den Sprung ins kalte Wasser gewagt. „Schriftart, Schriftweise und die Kommunikation waren im 19. Jahrhundert ja anders als heute“, erklärt Sandlos, dass er viele Schriftstücke mühsam transkribieren musste. Aufgetan hat Sandlos unter anderem eine Karte aus dem Jahr 1773, auf welcher der Standort der neuen Kirche nachträglich eingezeichnet ist. Auch eine Simulation eines nie verwirklichten Kirchnneubaus im Burggarten wird im Buch gezeigt.

Die Steine für den Bau der heutigen Kirche stammen übrigens vom Stoppelsberg bei Oberstoppel. Den Hinweis darauf fand Horst Sandlos in der Chronik von Niederaula, die er ebenfalls durchforstet hat. Die Fuhrwerke durchquerten demnach bei Solms in einer Furt die Fulda.

Beschwerde über Fuhrleute

Im Marburger Archiv entdeckte Sandlos ein Beschwerdeschreiben des Breitenbacher Bürgermeisters, weil die Machtloser Fuhrleute ihren Verpflichtungen zum Transport nicht nachgekommen waren. „Zwischendurch war ich auf so viele Widersprüche gestoßen, dass ich aufgeben wollte“, gesteht Horst Sandlos. Doch machte weiter. Getreu seines Mottos „weniger ist mehr“ hat der 74-Jährige deshalb nur das festgehalten, was sich zweifelsfrei belegen ließ.

Auf 200 Seiten beschreibt der Autor – illustriert mit Karten, Zeichnungen und Fotos – die alte kleine Kirche, deren genauer Ursprung unbekannt ist, das alte Pfarrhaus, die neue Kirche aus dem Jahr 1858, Glocken und Orgel und Grabdenkmale.

100 Exemplare hat Sandlos in erster Auflage drucken lassen. Es soll während der Feier zur Wiedereröffnung der frisch sanierten Kirche am 30. November in der Breitenbacher Gemeindeverwaltung und direkt vom Autor zum Preis von 15 Euro verkauft werden.

Kontakt: horst.sandlos@gmail.com

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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