Die Vorbereitungen für das Herzberg-Festival vom 19. bis 21. Juni laufen auf Hochtouren

Hippies feiern in Familie

Hoch das Bein: Die Hippies vom Herzberg sind immer gut drauf und voller positiver Energie – obwohl die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder auf Drogenfreiheit setzen. Foto: kh/kai-Archiv

Breitenbach/H./Fulda. Das Telefon im Herzberg-Festival-Büro steht nicht still. Doch Geschäftsführer Gunther Lorz (44) lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. „Herzberg, hallo, hier Gunther“, meldet er sich immer wieder freundlich. Dabei sind die Nachfragen der Leute manchmal doch recht abenteuerlicher Natur.

„Neulich hat doch tatsächlich einer gefragt: Wenn man mit Kind kommt, kann man ja nicht alle Bands sehen – muss man dann den vollen Preis zahlen?“, erzählt Lorz lachend. Ein weiterer – offenbar alleinerziehender – Vater wollte wissen, ob er eigentlich die ganze Zeit auf seine Kinder aufpassen müsse. „Und manchmal rufen nachts Leute an, wollen Karten bestellen und wissen nicht mal ihre Postleitzahl.“

Chaos gehört dazu

Auch das gehört zum Herzberg-Festival, das seit 1968 bei Breitenbach veranstaltet wird. Ein bisschen Chaos, ein Hauch Improvisation – und immer wieder Überraschungen. So wie im vergangenen Jahr, als spontan Helge Schneider bei Hardin & York als Keyboarder einsprang. „Er kam dann mit dem Motorrad“, erzählt Lorz, „und als er beim Künstlereingang ankam, lief dort gerade eine Helge-Schneider-CD. Das hat ihm natürlich gut gefallen.“

Überhaupt lohnt es sich, beim Herzberg-Festival immer zwei Mal hinzuschauen. 2011 zum Beispiel traten Katzenjammer und Moop Mama auf – zwei Bands, die dieses Jahr ihren großen Durchbruch erlebten. Und auch in diesem Jahr kommen die Veranstalter aus dem Schwärmen nicht heraus, wenn es um die Bands geht. „Am Freitag reiht sich Highlight an Highlight“, sagt Lorz. Doch natürlich gibt es auch Künstler, die bis jetzt noch nicht für das Festival angeworben werden konnten.

Patti Smith fehlt noch

„Patti Smith“, antwortet Lorz wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, wen er sich denn noch einmal unbedingt wünschen würde. „Aber es hat ja jeder seine persönliche Lieblingsband, die er gerne mal auf dem Herzberg sehen würde – vom Einparker bis zum Tontechniker.“

Das Thema, das bei einem Hippie-Festival zwangsweise auf den Tisch kommt, sind Drogen. „Wenn wir sehen, dass jemand seinen Stand mit der typischen Sonnenblume als Erkennungsmerkmal aufbaut, dann sagen wir der Polizei Bescheid, und die stellt demjenigen einen Wagen vors Zelt. Bis es losgeht, ist der wieder verschwunden“, betont Lorz. „Wir sind ein Familienfestival. Deswegen gibt es bei uns auch keinen Schnaps. Das ist auch eine harte Droge.“

Das Herzberg-Festival findet vom 19. bis 22. Juli am Fuße der Burg Herzberg auf den Wiesen des Hofes Huhnstadt statt, Tickets gibt es für 88 Euro in der Geschäftsstelle der Hersfelder Zeitung in der Klausstraße in Bad Hersfeld. Weitere Infos: www.burgherzberg-festival.de

Von Anne Baun

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