Heimfahrt dauert teilweise länger

Eltern beklagen: Gesamtschule Niederaula nach Fahrplanwechsel schlechter erreichbar

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Warten auf den Schulbus: Der Fahrplanwechsel sorgt bei einigen Schülern der Gesamtschule Niederaula und bei deren Eltern für Unmut. Insbesondere nach Oberaula und ins Ibratal ist der Bus jetzt länger unterwegs. Foto: Eisenberg

Niederaula. Für Unmut bei Eltern und Schülern im Westen des Landkreises hat der jüngste Fahrplanwechsel des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) gesorgt.

Seit die Änderungen am 13. Dezember in Kraft getreten sind, sei die Gesamtschule Niederaula aus mehreren Orten schlechter zu erreichen, kritisieren Eltern. Dass der Wechsel mit Problemen verbunden ist, bestätigt auch Schulleiterin Nicole Hoff. Man habe deshalb Gespräche mit dem NVV und auch direkt mit dem Busunternehmen geführt, das die Linien neu übernommen hat. Die Schulleiterin hofft, dass nun Anlaufschwierigkeiten wie Verspätungen abgestellt sind.

Anders sieht es bei Veränderungen aus, welche die Gemeinden Kirchheim und Oberaula betreffen. Die Linie 383 fährt jetzt nämlich von Niederaula über Kirchheim, Reckerode, Goßmannsrode und Rotterterode zurück nach Kirchheim und von dort weiter durch das Ibratal nach Oberaula. Fahrgäste sitzen also teilweise länger im Bus. Verschlechtert haben sich insbesondere die Verbindungen nach Oberaula. Die Gemeinde gehört zwar nicht zum direkten Einzugsbereich, dennoch kommen laut Schulleiterin 31 der 696 Schüler aus dem Luftkurort. Bisher sei Niederaula besser erreichbar gewesen als die nächstgelegenen Schulen des Schwalm-Eder-Kreises, berichtet eine Gruppe von rund zehn Oberaulaer Eltern, die die Verschlechterungen nicht hinnehmen wollen. So komme der Bus zur ersten Stunde schon um 7.13 Uhr an, Unterrichtsbeginn ist um 7.45 Uhr. Anfangs hätten die Kinder sogar vor verschlossener Tür gestanden. Zur zweiten und nach der fünften Stunde fährt aus bzw. nach Oberaula gar kein Bus mehr. Die Schüler müssten also schon zur ersten Stunde anreisen und seien dann ohne Aufsicht, kritisieren die Eltern. Nach der sechsten und achten Stunde tritt der Bus die beschriebene Rundreise durch die Kirchheimer Ortsteile an. Das dauert eine Stunde – für eine Strecke, die ein Auto auf direktem Weg in 20 Minuten bewältigt. Aus dem Oberaulaer Ortsteil Wahlshausen ist die Gesamtschule gar nicht mehr oder nur noch mit langer Wartezeit in Kirchheim erreichbar.

Die Situation sei für Oberaulaer Schüler nach dem Fahrplanwechsel ähnlich ungünstig wie bis vor kurzem noch für die Schüler aus Haunetal, sagt Nicole Hoff. In zwei Punkten widerspricht die Schulleiterin allerdings energisch: So sei die Schule schon zur Ankunft des ersten Busses geöffnet, niemand stehe vor verschlossener Tür. Und bis zum Beginn der zweiten Stunde stehe dem Schülern zumindest die Bibliothek offen. „Und auch wir sind natürlich da“, verdeutlicht Hoff. Die Schule suche auch den Dialog mit den Eltern. Gegebenenfalls sei in Sachen Fahrplan auch ein runder Tisch nötig.

Das sagt der NVV

m Landkreis Hersfeld-Rotenburg gebe es keine Vorgaben, wann ein Bus frühestens vor Unterrichtsbeginn an der Schule eintreffen darf, erklärt NVV-Pressesprecherin Sabine Herms. Allerdings seien die Wartezeiten in Niederaula nicht länger geworden. Auch vor dem Fahrplanwechsel habe der erste Bus die Gesamtschule schon um 7.08 Uhr erreicht. Die Kirchheimer Ortsteile Reckerode, Goßmannsrode und Rotterterode seien zum Fahrplanwechsel von der Linie 382 an die Linie 383 abgegeben worden. „Die Mehrzahl der Schüler wohnt im Aulatal entlang der Linie 382, sodass diese nun nicht mehr den Umweg über die drei Ortsteile fahren müssen“, erklärt die NVV-Sprecherin. Insbesondere für Wahlshausen kündigt Herms Verbesserungen an: Ab 11. Januar werde in Kirchheim die Abfahrt der Linie 380 um fünf Minuten auf 7.24 Uhr verschoben, so dass auch der Bus der Linie 470 aus Treysa, der um in 7.10 Uhr in Wahlshausen hält, diesen Anschluss erreicht. Das spare eine Dreiviertelstunde. Für die Rückfahrt nach der 6. Stunde werde ein Anschluss über Wahlshausen in Richtung Oberaula und Treysa erst mit dem Fahrplanwechsel im Schwalm-Eder-Kreis im Sommer eingerichtet. Derzeit prüfe man, den in Oberaula endenden Bus weiter nach Wahlshausen zu schicken. Nach der 8. Stunde sei Wahlshausen mit Umstieg in Kirchheim erreichbar. Fahrten zur zweiten und nach der fünften Stunde nach Oberaula seien nicht geplant, erklärt Sabine Herms. Der NVV sei angehalten, die Fahrplanstrukturen zu straffen. (jce)

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