Judith Schmidt arbeitete in Südafrika als Lehrerin und mit behinderten Kindern

Mit Gottes Hilfe

Ausflug mit der Organisation: „His Ark“ ermöglicht den Kindern aus dem Township neben einem täglichem Nachmittagsprogramm auch besondere Aktionen. Hier waren die Mitarbeiter mit den Kindern Kanu fahren und die Wildpferde Südafrikas besuchen. Fotos: nh

Niederaula. Ihren Kindheitstraum hat die gebürtige Niederaulaerin Judith Schmidt verwirklicht. Mitte September reiste sie für drei Monate nach Südafrika, um in der Region um Kapstadt Kinder zu betreuen. Judith Schmidt absolvierte nach ihrem Realschulabschluss zunächst die Ausbildung zu Erzieherin in Hünfeld. Heute wohnt sie in Kassel, wo sie studiert und in einem Kindergarten arbeitet.

In Gordons Bay, etwa 60 Kilometer südöstlich von Kapstadt, lebte sie im Haus von Antje Spiewak, der Leiterin der Organisation „His Ark“, zu deutsch „Seine Arche“. Dies ist eine christliche Organisation, die Kinder in den Townships – den Armenvierteln in Südafrika – aus dem Kreislauf der Armut herausholen will. Judith Schmidt war im Kasseler Jesus Zentrum, einer freikirchlichen Gemeinde, darauf aufmerksam geworden und hatte den Kontakt geknüpft.

„Offen Fremden gegenüber“

Ihr Glaube war für Schmidt während der Zeit im fremden Land besonders wichtig: „Ich weiß, ich hätte das ohne Gott nicht schaffen können“, sagt sie. Denn ihr Arbeitsalltag war nicht leicht. Morgens ging es mit dem Bus zu einer christlichen Schule in Somerset, wo Judith als Lehrerin und Betreuerin für Kinder mit Behinderung und mit besonderen Bedürfnissen arbeitete. Anfänglichen Sprachprobleme wurden schnell überwunden.

„Beonders schön war es, dass die Kinder sehr offen gegenüber Fremden wie mir waren“, erklärt Schmidt. In der Schule arbeiten viele Volontäre mit und die Kinder müssen sich immer neu auf die ständig wechselnde Besetzung einlassen.

Alle Kinder der Schule wohnen in dem nahegelegenen Township „Sir Lowry’s Pass“. Für die Schule müssen die Familien 600 Rand im Quartal zahlen. Das sind etwa 50 Euro. Davon werden nur die Busfahrer bezahlt. Der Rest basiert auf Spendenbasis der Organisation „Bizweni“. Nachmittags arbeitete Judith bei „His Ark“ im Township mit.

Beim Backen: Die Schule richtet alle paar Wochen einen „Baking Day“ aus. Auf dem Bild ist Judith Schmidt mit zwei Jungen beim Herstellen eines Krokodils aus Muffins zu sehen.

Dort unterstützte sie die Mitarbeiter beim Freizeitprogramm für die Kinder und übernahm administrative Tätigkeiten, wie etwa die Vorbereitung der „Christmasparty“. Die Kinder bekommen dort Geschenke, die aus gesammelten Spenden im Ausland zusammengestellt sind. „Es ist erstaunlich, wie sehr sich die Mädchen zum Beispiel über ein Deodorant freuen“, berichtet Schmidt. Trotz all der Arbeit hat sie aber auch viel von der Schönheit Südafrikas gesehen, vor allem an ihren freien Samstagen. Judith Schmidt ist über die vielen Erfahrungen froh.

„Erschreckend war aber aber der krasse Gegensatz in Südafrika: Auf der einen Seite des Tafelbergs stapeln sich die prächtigsten Villen, auf der anderen Seite wissen die Menschen in den Townships nicht, ob sie am nächsten Tag zu Essen haben.“

Weitere Informationen zu den Projekten unter www.hisark.org/deutschland und www.bizwenicentre.co.za

Von Sarah Rössing

Kommentare