Der kleinste Niederaulaer Ortsteil feiert 800-jähriges Bestehen mit einem Festkommers

Geschenke für Solms

Stimmungsvoll: Das „Solmser Lied“ krönte den Festkommers und schlug die Brücke zum anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Tanz. Foto: Urban

Niederaula. Totgesagte leben länger: Das beweist die Dorfgemeinschaft der 100-Seelen-Gemeinde Solms, die sehr aktiv ist und auch bleiben soll. Mit einer gelungenen Mischung aus Festakt und Dorfabend feierten die Solmser ihren 800. Geburtstag. Die Gratulanten, wie die Bürgermeister der Nachbargemeinden, hatten Geldgeschenke mitgebracht. Zudem übergab Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt den Bewilligungsbescheid über 17 802 Euro Förderung zur Dorferneuerung.

„Solms ist ein sehr kleines Dorf, und es bleibt abzuwarten, ob es ein Fortbestehen von weiteren 800 Jahren gibt“, meinte Bernd Alles und rief dazu auf, den Geburtstag sowie den Gemeindefeuerwehrtag zu genießen. Der Wehrführer der Jubiläumsgemeinde gab nicht nur einen Abriss über die geschichtliche Entwicklung seines Heimatortes, er organisierte auch federführend das Festwochenende.

Sehr gute Gemeinschaft

„Das geht natürlich nicht allein“, stellte er fest und freute sich über die funktionierende Dorfgemeinschaft. „Hier hilft jeder nach seinen Möglichkeiten.“ Dennoch waren Geburtenrückgang und alternde Bevölkerung nicht nur im Grußwort des Landrates ein Thema, auch die Marktgemeinde Niederaula will Attraktivität und Lebensqualität des Ortsteils fördern. Angesichts leerer Kassen schlug Bürgermeister Thomas Rohrbach augenzwinkernd vor, die Lage im Schatten der Autobahn zu nutzen und eine eigene Zollstation zu errichten.

Bis übergeordnete Maßnahmen wie die Dorferneuerung greifen, holen sich die Solmser Unterstützung aus der Nachbarschaft: Die Chorgemeinschaft Mengshausen unter Leitung von Karl-Heinz Becker bereicherte mit „Glocken der Heimat“ und „Sierra Madre“ den Festkommers ebenso wie „Fanta 4“, die Jugendgruppe des Karnevals Niederaula, die mit Tanz im Gangnam-Style zum Disco-Sound begeisterte.

Unter dem Motto „einer für alle“ gratulierte Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch auch im Namen von Haunetal und Breitenbach am Herzberg und übergab einen Umschlag, für dessen Inhalt die drei Gemeinden zusammengelegt hatten.

Streifzug durchs Dorf

Welches Potenzial in ihnen selbst steckt, zeigten die Solmser zum Ende des Festaktes. „Mer schwatze platt“, verkündeten Karl Alles und Rosemarie Weber. Bei ihrem „Streifzug durchs Dorf“ erinnerten sie sich liebevoll an Anekdoten und Originale aus der älteren und jüngeren Dorfgeschichte und erhielten viel Gelächter und Applaus, bevor der örtliche Singkreis den Abend mit dem „Solmser Lied“ krönte. Danach feierten Gäste und Einheimische bis in die tiefe Nacht zur Musik von Rhön-Royal, bei guter Bewirtung und ganz im Sinne von Alles’ Bitte.

Von Dagmar Urban

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