Treffen in Niederaula

Bürgerinitiativen diskutierten: Gemeinsam gegen Suedlink

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Ein Strommast und der Turm von Schloss Neuenstein im Maßstab 1:20 demonstrierten die Größenverhältnisse am Dienstagabend bei der Veranstaltung in Niederaula. Die Redner (von links): Thomas Rohrbach, Manfred Koch, Dr. Lars Niebel, Walter Glänzer. Krankheitsbedingt fehlte der Vorsitzende der BI „Pro Aulatal“, Alexander Hinz.

Niederaula. Zu einer Informations- und Protestveranstaltung zu der geplanten Starkstromtrasse hatten die Bürgerinitiativen „Lebensqualität Neuenstein“ und „Pro Region Aulatal“ am Dienstagabend in das Gemeindezentrum „Zum Alten Forsthaus“ in Niederaula geladen.

An der Veranstaltung beteiligten sich auch die Bürgermeister Thomas Rohrbach, Niederaula, Manfred Koch, Kirchheim und Walter Glänzer, Neuenstein. Letzterer hat sich besonders dem Kampf gegen die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) verschrieben. Noch einmal wurden den rund 130 Besuchern die Nachteile der gigantischen Stromleitung erläutert, wie etwa nicht untersuchte Gefahren für die Gesundheit, massive Einschnitte in das Landschaftsbild, Minderung der Lebensqualität, Wertverluste bei Immobilien, Abwanderung von Einwohnern und einiges mehr. Über allem aber stand die Frage, ob diese Leitungen im Zuge der Energiewende überhaupt sinnvoll und notwendig sind. Dr. Lars Niebel, Vorsitzender der BI Neuenstein, stellte noch einmal die Fakten dar. Zwischen 50 und 70 Metern würden die Strommasten hoch und 40 Meter breit, das entspricht der Breite eines Fußballfeldes. Zum Vergleich: Der Turm im Schloss Neuenstein und der Niederaulaer Kirchturm sind jeweils knapp 30 Meter hoch.

Moderne Alternativen

Seien anfänglich noch drei Gigawatt Übertragungsrate genannt worden, so spreche man mittlerweile von zehn Gigawatt. Das erfordere nicht nur eine, sondern zwei bis drei solcher Monstertrassen. Dabei werde über vorhandene modernere Alternativen wie Power-to-Gas, Wasser als Speicher oder dezentrale Energieerzeugung offenbar nicht nachgedacht. Der Widerstand gegen das Projekt wachse, erklärte Glänzer. Bürgerinitiativen schlössen sich zu Verbänden zusammen. Zwischen Celle und Schweinfurt hätten sich über rund 400 Kilometer 17 Landkreise länderübergreifend und ungeachtet jeglicher politischer Couleur zum Widerstand vereint. Das habe es so noch nie gegeben. Trotzdem riefen alle Redner immer wieder dazu auf, sich zu engagieren, Nachbarn und Freunde zu sensibilisieren und sich zu vernetzen. „Wir werden nicht lockerlassen und jedes Rechtsmittel ausschöpfen“, sagte Glänzer.

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