Der Teich am Nöll verzeichnet immer mehr Besucher – Diese begeben sich dabei aber in Gefahr

Ein gefährlicher Platz zum Baden

Malerisch gelegen, gefährlich für Besucher: Den Teich am ehemaligen Steinbruch Oberaula nutzen immer mehr Menschen zum illegalen Baden. Foto: Herget/nh

Oberaula. Aufregung um den Nöll: Der Teich, der sich in dem ehemaligen Basaltsteinbruch an dem erloschenen Vulkan gebildet hat, ist mittlerweile ein beliebtes Badeziel. Das ist dem Haupteigentümer des Gebietes, den Waldinteressenten Oberaula, ein Dorn im Auge. Die Interessensgemeinschaft fürchtet um die Sicherheit.

„Uns geht es darum“, sagt Markus Boländer von der Initiative, „dass das Gelände in einem sicheren Zustand zurückgegeben wird.“

Verhandlungen laufen

Solange das nicht der Fall sei, werden die Waldfreunde das Gelände nicht annehmen. Der derzeitige Pächter des Landstückes ist die Basalt AG (BAG) mit Sitz in Linz am Rhein. Waldinteressenten und BAG befinden sich zurzeit in Verhandlungen bezüglich der Rückgabe des etwa 13 Hektar großen Geländes.

Die BAG hat das Areal seit über zehn Jahren nicht mehr in Betrieb, die Natur holt sich das Gebiet zurück.

Von einem Verfall könne aber keine Rede sein, so Torsten Honkisch, Leiter der Abteilung Bergbauplanung bei der BAG. Im Gegenteil: „Das Gelände befindet sich in einer Phase der Wiedernutzbarmachung.“ So betreibe die Firma Aufforstung, Rückbaumaßnahmen und Geländemodellierung.

Das reicht Nils Willhardt von den Waldinteressenten nicht. Er sagt: „Die jetzige Situation ist unbefriedigend. Es gibt Steilhänge und Kanten, die eine riesige Absturzgefahr bergen.“ Ferner kritisiert Willhardt, dass Rettungswege von Besucher-Autos zugestellt oder durch verschlossene Schranken versperrt seien. Willhardt warnt: „Es ist gefährlich, sich auf dem Gelände zu bewegen.“

Parteien sind sich einig

Bezüglich der Gefahr herrscht Einigkeit zwischen den Parteien. Dazu Honkisch: „Es ist durch die Hinweisschilder klar ersichtlich, dass das Betreten des Betriebsgeländes verboten ist.“ Die BAG beschäftige einen Angestellten, der in regelmäßigen Abständen das Gelände kontrolliere. Wie oft der Mann am Nöll unterwegs ist, wollte Honkisch nicht kommentieren, „um nicht weitere Menschen zum Baden zu animieren“.

Willhardt weiß um die Schwächen der Kontrolle: „Wir können uns nicht jeden Tag hinstellen und die Leute rauswerfen.“ Dem Ordnungsamt Oberaula und der Polizei Schwalmstadt sind die Hände gebunden.

Der Oberaulaer Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) erklärt: „Es ist ein Privatgrundstück – und somit ist ganz klar die BAG gefordert, die Nutzung durch Besucher abzustellen.“ Wagner betont : „Es gibt jede Menge Gefahrenstellen.“

„Nur eine Frage der Zeit“

Und so ist es für den den Waldfreund Boländer „bloß eine Frage der Zeit, bis da oben etwas passiert“. Dann stelle sich die Frage nach der Haftung – und die wollen beide Parteien nicht übernehmen.

Für Michael Conrad, Sprecher vom Regierungspräsidium Kassel, ist die Sache klar: „Wenn Leute dort schwimmen gehen, dann ist das deren persönliches Risiko. Es ist verboten, somit liegt die Haftung bei dem Betroffenen.“

Von Matthias Hoffmann

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