Kirchheimer Apfel- und Kartoffelfest am 3. Oktober unterstützt neues Projekt

Futtern für den Amazonas

Interessiert verfolgten die Kinder der Tagesstätte Regenbogen die Kartoffelschälaktion von Karin Abel und ihren Mitstreiterinnen vor der Scheune an der Aula in Kirchheim, während das HR-Fernsehen einen Veranstaltungstipp für das Apfel- und Kartoffelfest am 3. Oktober drehte. Foto: Löwenberger

Kirchheim. Auf den ersten Blick wird es fast so aussehen wie immer, wenn am Donnerstag, 3. Oktober, um 11 Uhr das Apfel- und Kartoffelfest an der Kirchheimer Scheune an der Aula seine Pforten öffnet.

Bauernmarkt

Vor der Scheune und im Obergeschoss wird es einen Bauern- und Kunsthandwerkermarkt geben, in der Stellmacherei kann man Kerzen ziehen, es gibt Spiele für die Kinder, eine Pferdekutsche startet zu Rundfahrten und es gibt Kaffee und Kuchen, Apfelsaft wird gepresst wie vor 100 Jahren und kann vor Ort verkostet werden.

Neu ist das Team, das die verschiedensten Kartoffelgerichte, wie Suppe, Puffer, Wurst und einiges andere mehr frisch vor Ort anbietet, nachdem der Heimat- und Kulturverein Großgemeinde Kirchheim seine Teilnahme abgesagt hat. Zehn Frauen aus ganz Deutschland hat Karin Abel als „Ersatz“ für das heimische Team gewinnen können.

Sauberes Wasser

Zwei Dinge einen die Damen, die aus Berlin, München, Münster, Heidelberg und weiteren Städten anreisen: Die Begeisterung für die Musik von Rea Garvey und ihr Engagement in dessen „ClearWaterProject“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Einheimischen und Bauern in dem ölverseuchten Gebiet im Nordosten des ecuadorianischen Amazonas nachhaltig mit sauberem Wasser zu versorgen.

„Seit Jahrzehnten sind die Flüsse und das Land im Nordosten Ecuadors durch den Erdölabbau verseucht. Tausende Ureinwohner leiden unter katastrophalen Gesundheitszuständen, Armut und mangelnden Entwicklungsmöglickeiten“, erklärt Karin Abel. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf geht komplett an das Projekt, und „wenn jemand noch etwas spenden möchte, nehmen wir das natürlich gerne an.“

Angeregt von diesem Projekt, das weltweit mit namhaften Organisationen kooperiert, hat die Hauptorganisatorin auf 14 großen Schautafeln die Geschichte der Kartoffel spannend, anschaulich und nicht ganz bierernst dargestellt. Von den alten Inka, dem Anbau in den Anden, den Einzug in Europa, möglicherweise durch Sir Francis Drake, und dessen Bedeutung für die Europäer, bis hin zu einem Ausflug in die Botanik reichen die interessant aufgearbeiteten Informationen.

„Jetzt verkaufen wir also Kartoffeln in Kirchheim und schicken das Geld an den Amazonas. Das einstige Gold der Inkas, über spanische und englische Schiffe nach Europa gekommen, findet so in Form von Kartoffelsuppe und Puffern wieder den Weg zurück in die alte Heimat“, schließt Abel den Kreis.

Von Bernd Löwenberger

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