Energieversorger aus Düsseldorf treibt Pläne für Windkraft bei Breitenbach/H. voran

Fünf Rotoren für die Kuppe

Hier könnten sich bald Windräder drehen: Die Grünwerke aus Düsseldorf treiben ihre Pläne für fünf Rotoren im Privatwald voran. Unterhalb des Berges befindet sich der Gibgeshof, im Vordergrund des Bildes ist die Breitenbacher Kläranlage zu sehen. Foto: Eisenberg

Breitenbach/H. Die Grünwerke Düsseldorf, ein Tochterunternehmen der Düsseldorfer Stadtwerke, verfolgen auch weiterhin ihre Pläne für fünf Windräder auf der Gibgeskuppe bei Breitenbach/H.

Wie eine Sprecherin der Düsseldorfer Stadtwerke auf Nachfrage mitteilte, lässt das Unternehmen derzeit für eine Genehmigung notwendige Gutachten erstellen. Ein Teil davon sei bereits mit einem aus Sicht des Unternehmens positiven Ergebnis abgeschlossen. Die restlichen Erhebungen stünden noch aus.

Nach Auskunft von Michael Conrad, Pressesprecher im Regierungspräsidium Kassel, liegt bisher noch kein Antrag auf Genehmigung der Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) vor. Es habe lediglich erste Vorgespräche gegeben.

An einem solchen Gespräch haben auch Breitenbachs Bürgermeister Volker Jaritz und der Vorsitzende der Gemeindevertretung Karlheinz Reuber teilgenommen. „Dabei haben wir unseren Unmut darüber bekundet, dass hinter verschlossenen Türen an den betroffenen Bewohnern vorbei gearbeitet wird“, berichtet Jaritz.

Natur- und Landschaftsschutz

In einer Stellungnahme hatte sich die Breitenbacher Gemeindevertretung gegen das Projekt sowie die mittlerweile errichteten Windräder im benachbarten Schlitzer Wald ausgesprochen. Die Gemeinde sei nicht gänzlich gegen die Windkraft und sei sogar bereit, bei der Suche nach einer Ersatzfläche zu helfen, betont Jaritz.

Zudem fürchten viele Bewohner der Herzberggemeinde, dass insbesondere die Bewohner des Gibgeshofes unter dem Schall der Anlagen der Windräder leiden werden. Die Ansiedlung liegt etwa 600 Meter von einem der geplanten Windräder entfernt. Professor Rolf Bothe aus Oberjossa hat sich schriftlich an Regierungspräsident Walter Lübcke und Ministerpräsident Volker Bouffier gewandt. In seinen Schreiben weist er darauf hin, dass der Mindestabstand zu Ansiedlungen mindestens einen Kilometer betrage. Der Gibgeshof bestehe aus 13 Einzelgebäuden, ein weiteres Wohnhaus sei hinzugekommen. In seinem Antwortschreiben betont Bouffier, dass diese Regelung nicht für Außenbereiche gelte. Auch RP-Sprecher Michael Conrad betont auf Nachfrage, dass der Gibgeshof im Regionalplan als Einzelgehöft ausgewiesen sei. Bei diesen gelte ein Abstand von 600 Metern.

„Sind die Bewohner von Einzelgehöften also Menschen zweiter Klasse?“, fragt Bothe angesichts dieses Umstandes. Zum benachbarten Windpark im Schlitzer Wald schreibt Bouffier, dass keine beteiligte Behörde Rechtsmittel gegen die Genehmigung eingelegt habe. „Sollen das Denkmalamt und die Bauaufsicht etwa gegen ihren eigenen Regierungspräsidenten klagen?“, kommentiert Bothe.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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