Vorsitzender Heiko Wiegand tritt im Sängerkreis Hersfeld nicht mehr an – kein Ersatz

Führungskrise bei Sängern

Belastung zu groß: Kreischorleiter Ullrich Meiß (rechts) bedankte sich beim scheidenden Vorsitzenden Heiko Wiegand, der sein Amt nach nur zwei Jahren wegen erheblicher beruflicher Belastungen aufgab, mit einem großen Blumenstrauß. Fotos:  Apel

Niederjossa. Helmut Großenbach, der Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Hersfeld, gab sich als Wahlleiter alle Mühe. Aber sein gutes Zureden half nicht. Weder für das Amt des Vorsitzenden, noch für das des Stellvertreters fanden sich beim Kreissängertag im Niederjossaer Dorfgemeinschaftshaus Kandidaten. Damit steht die Vereinigung der Sängerbezirke Aulatal, Haunetal, Landeck, Werratal und Hersfeld ohne Führung da. Der siebenköpfige Rest-Vorstand hat für eine noch unbestimmt lange Übergangszeit einen besonderen Aufgabenverteilungsplan erstellt.

Ausgelöst worden war die Führungskrise durch die Erklärung des erst vor zwei Jahren neu gewählten Haunetalers Heiko Wiegand, angesichts erheblicher beruflicher Belastung nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. „Es war eine schöne Zeit, selbst wenn es mir nicht immer gelungen ist, alles rechtzeitig zu managen“, erklärte der 26-jährige Molkereifachmann, der nebenbei noch Landwirtschaft betreibt und darüber hinaus auch Ortsvorsteher von Holzheim ist.

Kreischorleiter Ullrich Meiß äußerte Verständnis für den Schritt des Vorstandskollegen, der sich ausdrücklich eine „Probezeit“ erbeten hatte, zugleich aber auch Bedauern, denn Wiegand habe mit seiner sympathischen Art überall Anklang gefunden. Es gelte nun, Lücken zu füllen und bewährte Traditionen zu wahren.

Überwältigende Resonanz

In gesanglicher Hinsicht habe die Fortbildungsveranstaltung mit Jan Schumacher in Schenklengsfeld im vergangenen Jahr, die auf überwältigende Resonanz gestoßen war, auf jeden Fall dazu beigetragen, dass der Sängerkreis Hersfeld „für Qualität und Innovation und nicht für Stillstand“ stehe, betonte Meiß.

Schatzmeister Hartmut Bonacker berichtete von soliden Finanzen. Wenn man allein auf die Zahlen schaue, habe 2014 zwar mit einem Verlust von 1762 Euro geendet. Insoweit sei jedoch zu berücksichtigen, dass gute Fortbildungen teuer seien, und dass die Sängerkreise einen Teil der Kosten der Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Dachverbandes Mitteldeutscher Sängerbund vorfinanziert hätten. Angesichts dessen bescheinigten ihm die Kassenprüfer Hartwig Klotzbach und Christel Stumpf gute Arbeit, so dass ihm und dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt wurde.

Bürgermeister Thomas Rohrbach überbrachte die Grüße der Marktgemeinde Niederaula und Kreisbeigeordneter Walter Schmidt die des Landkreises. Beide „sangen“ ein Hohelied auf die immerhin 1790 Aktiven des Sängerkreises, und beide riefen dazu, Gemeinschaftssinn und Tradition auch zukünftig zu pflegen. Die Chorgemeinschaft Aulatal hatte die Versammlung mit fünf wunderbaren Liedvorträgen willkommen geheißen.

Von Wilfried Apel

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