Männerchöre zeigten in Niederjossa ihr Können mit einem bunten Melodienreigen

Den Frühling geweckt

Der MGV 1885 „Eintracht“ Niederjossa hatte zum ersten Frühlingssingen in das neue Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Fotos: Urban

NIEDERJOSSA. Ganz in Frühlingsstimmung präsentierte der Männergesangverein (MGV) 1885 „Eintracht“ Niederjossa sich und das mit duftendem Flieder geschmückte Dorfgemeinschaftshaus. Rund 200 Gäste waren der Einladung zum ersten Liederabend seit dem 125-jährigen Vereinsjubiläum (2010) gefolgt, darunter die Sängerfreunde von sechs benachbarten Vereinen. Durch individuelle Vorträge schufen die Chöre gemeinsam ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm.

Gemeinsam statt gar nicht

„Dass heute Abend nur Männerchöre hier sind, war keine Absicht“, erklärte Wilfried Allendorf. Der 1. Vorsitzende des MGV Niederjossa hatte auch zwei gemischte Chöre eingeladen, die aber wegen Terminüberschneidungen abgesagt hatten. Mit Blick auf krankheitsbedingte Ausfälle und Nachwuchsprobleme meinte er: „Wir unterstützen uns gegenseitig, denn es ist besser, gemeinsam zu singen als gar nicht mehr.“ Dementsprechend schlossen sich die Gastgeber nach ihrer gesungenen Begrüßung mit dem MGV Breitenbach-Niederaula zu einem Sängerbündnis zusammen. Unter Leitung von Volker Dotzert spannte der nun fast 40-köpfige Chor mit „Arcobaleno“ einen voll tönenden musikalischen Regenbogen. Hans Prüger führte humorvoll und informativ durch das Programm, das jeder Chor mit vier Liedern bereicherte. Dabei beließen es die Sänger nicht bei klassischen Chorsätzen, sondern präsentierten sich auch mit Evergreens, Popsongs oder Spirituals und krönten ihre Beiträge mit vereinseigenen Besonderheiten.

„Lob des Bieres“

Den „Slowenischen Weinstrauß“ und „Burden Down Lord“ des MGV Schrecksbach hoben Gesangssoli hervor. Der MGV Frielingen bestach mit „Oh happy day“, dem das „Lob des Bieres“ folgte. Prügers Kommentar: „Wie in Bayern: Raus aus der Kirche, rein ins Wirtshaus.“ Beim MGV Queck glänzte nach dem Frühling („Was glänzet der …“) der „Bajazzo“ mit Adam Beckers Mundharmonika-Spiel und der MGV Langenschwarz beeindruckte mit der „Legende von Babylon“ ebenso wie mit „Buona Sera“, das Chorleiter Karl Seel mit dem Akkordeon begleitete. Nachdem sich der MGV Kohlhausen mutig an „Wochenend und Sonnenschein“ gewagt hatte, brillierte er mit „Über den Wolken“. Für das Chanson von Reinhard May hatte Chorleiter Horst Diebel einen eigenen, vierstimmigen Chorsatz arrangiert. Chorleiter Dotzert begleitete an der Hammondorgel den MGV Niederjossa bei „Die kleine Kneipe“, wobei die meisten Gäste begeistert einstimmten.

Zwischendurch ehrte Kreisvorsitzender Heiko Wiegand verdiente Sänger. Für 25 Jahre Chorgesang wurde Jakob Möller ausgezeichnet. Wilfried Allendorf ist seit 50 Jahren dabei, Karl Stock und Hans-Heinrich Eydt sind seit 65 Jahren aktiv.

Den stilvollen Schlusspunkt setzte das Sängerbündnis mit „Der Mond ist aufgegangen“ und dem „Schifferlied“.

Von Dagmar Urban

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