Pflege des Bahnradweges könnte die Anrainer-Kommunen pro Jahr über 200 000 Euro kosten

Die Freude ist nicht gratis

Oberaula/Schwalmstadt. Die Augen gerieben haben sich zum Jahresbeginn die Bürgermeister der fünf Kommunen Oberaula, Willingshausen, Ottrau, Neukirchen und die kommunale Arbeitsgruppe Bahnradweg. Grund ist der Betrag, den das beauftragte Ingenieurbüro ermittelt hat. Danach kostet die komplette Instandhaltung und Pflege des Bahnradweges pro Jahr 205 000 Euro.

„Über diese Summe war ich erschrocken“, sagt Bürgermeister Dr. Gerald Näser (Schwalmstadt). Seinem Amtskollegen Klemens Olbrich (Neukirchen) ging es nicht anders: „Wir haben hier die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.“

Dass die Pflege nicht gratis sein wird, war allen Beteiligten klar. Zwar hat die Kosten für den Bau komplett der Bund übernommen, doch die Unterhaltspflicht seitens der Anrainergemeinden nach prozentualem Streckenanteil ist von Beginn fest vereinbart. Schon seit Jahren, nach Fertigstellung der mittleren Abschnitte, wird der Weg von den jeweiligen kommunalen Bauhofmitarbeitern gereinigt und gepflegt.

Doch jetzt liegt erstmals eine fundierte Kostenschätzung über die das mittelfristige Instandhaltungskosten vor. Verwaltungschef Olbrich unterstreicht, dass es sich dabei um eine Art Rundumsorglospaket handele, also alle denkbaren Leistungen vom Kehren über die Bankette- und Gehölzpflege und -auslichtung bis zum Freihalten der Wasserdurchlässe und der Instandhaltung der Geländer mit einer Gesamtlänge von fast acht Kilometern. Was maßgeblich zur Idylle des Weges beiträgt, nämlich der Waldanteil von rund einem Drittel, treibt die Pflegekosten auch in die Höhe.

Zunächst werden die Kommunen nun die Summe, die sie zu zahlen bereit sind, deckeln. So will Schwalmstadt höchstens 30 000 Euro beisteuern. „Wir müssen ein vertretbares Mittelmaß an Pflege festlegen“, sagte Olbrich. Abstriche seien etwa beim Winterdienst vertretbar. Wie Kollege Näser hofft er, dass das reale Ausschreibungsergebnis günstiger ausfällt.

Auch die kommunalen Bauhöfe dürfen sich an dieser Ausschreibung beteiligen. Laut Bürgermeister Näser muss auch geprüft werden, ob man beispielsweise gemeinsam eine Kehrmaschine anschafft.

Fest steht derzeit nur eines, betonte Olbrich: Der Pflegestandard muss durchgängig gleich sein, die Benutzer sollen keine Gemarkungsgrenzen am womöglich schlechten Zustand des Weges feststellen können.

Von Anne Quehl

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