Niederaula am Tag danach: Reaktionen auf Thomas Rohrbachs Wiederwahl

Freude und Ernüchterung

Glückwunsch: Gemeindewahlleiterin Petra Wiesenberg gratuliert Bürgermeister Thomas Rohrbach am Sonntagabend im Foyer des Niederaulaer Rathauses zur Wiederwahl. Foto: Eisenberg

Niederaula. Am Tag nach der Bürgermeisterwahl in Niederaula herrschten bei Thomas Rohrbach und seinen Unterstützern Freude und Erleichterung, während sich beim unterlegenen Sascha Bayer und seinen Anhängern Ernüchterung breit machten. Mit einer satten Mehrheit von 73,6 Prozent hatte der parteilose Amtsinhaber, der von der SPD unterstützt worden war, die Wahl klar gewonnen.

„Meine Hoffnung war, dass das Ergebnis deutlich ausfällt“, sagte Thomas Rohrbach. Noch am Samstag hätten seine Kritiker Flugblätter mit Inhalten verteilt, die „unter die Gürtellinie“ gezielt hätten. Enttäuscht sei er darüber, dass seine Widersacher ihre Niederlage offenbar nicht eingestünden. „Außer Sascha Bayer, seiner Frau und dem AfD-Landratskandidaten Alexander Sauer hat niemand die Größe besessen, mir zu gratulieren“. Rohrbach, der am Wahlabend mit seinen Unterstützern im Alten Forsthaus gefeiert hatte, nahm sich gestern einen Tag Urlaub. Am heutigen Dienstag gehe es mit den Amtsgeschäften weiter.

„Am Ergebnis gibt es nichts zu rütteln, das muss man erstmal sacken lassen“, kommentierte der unterlegene Sascha Bayer am Tag danach den Wahlausgang. „Ich glaube, dass es mir von vorneherein nicht gelungen ist, die Bürger zu überzeugen“, sagte der 38-jährige Burghauner, dessen Kandidatur von CDU, AfD, den Grünen und dem Verein Bürger für Niederaula unterstützt worden war. Seine Kandidatur bereue er nicht.

Ergebnis analysieren

Enttäuscht zweigte sich auch Dr. Heinrich Hellwig, der Vorsitzende der Bürger für Niederaula. Das Thema Straßen- und Kanalbau sei sehr komplex. Bisher seien keine Beitragsbescheide ergangen, deshalb sei vielen Niederaulaern offenbar nicht bewusst, was auf sie zukomme. Dennoch erkläre das angesichts der breiten politischen Unterstützung für Bayer nicht das Wahlergebnis. Nach einer gründlichen Analyse entscheide sich, wie es mit der Arbeit der Bürgerinitiative weitergehe.

Er habe auf ein deutliches Ergebnis gehofft, jedoch gebangt, ob die Befürworter Rohrbachs zur Wahl gehen, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Hirschbrich. Jetzt hoffe er, dass alle Akteure zu den demokratischen Gepflogenheiten zurückkehren. Dann habe auch eine Bürgerinitiative grundsätzlich ihre Berechtigung.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Sauer hätte zwar mit einem Sieg Rohrbachs gerechnet, „allerdings nicht in der Deutlichkeit“. Sein Status als Einheimischer habe wohl schwerer gewogen als der fachliche Aspekt. Ziel sei jetzt ein politischer Wechsel zur Kommunalwahl 2016.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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