Camper in Kirchheim lassen sich vom nasskalten Wetter nicht einschüchtern

Freiheit auch im Regen

Die Camper Sabine und Karsten Hunger mit Claudio Hecker (links). Auch Kälte und Regen können ihnen die Begeisterung an ihrem größten Hobby nicht nehmen. Foto: Hanisch

Kirchheim. Gefühlte acht Grad, aufgeweichte Rasenflächen, das beruhigende Tröpfeln des Regens auf dem Zeltvordach und eine Tasse warmen, dampfenden Kaffee in den Händen – Sabine und Karsten Hunger fühlen sich auf dem Campingplatz SeePark in Kirchheim wohl.

Das Ehepaar aus Lingen ist seit knapp zwei Jahren dem „Campingfieber“ erlegen und bereits zu Beginn der Osterfeiertage angereist. Trotz der feucht-kühlen Temperaturen wollen die beiden auch noch eine weitere Woche in Kirchheim bleiben. Warm eingepackt sitzen sie draußen in ihrem Vorzelt und scheinen nur mäßig ins Frösteln zu geraten. „Wir sind gerne draußen in der Natur und ohnehin immer auf schlechtes Wetter vorbereitet“, erklärt Karsten Hunger.

Treffen mit Gleichgesinnten

Und mit dieser Einstellung steht er nicht alleine da: Das Ehepaar erwartet in den nächsten Tagen noch weitere zahlreiche Gleichgesinnte zu einem geplanten Treffen in Kirchheim. Das Gelände am SeePark ist mit 450 Stellplätzen die größte Anlage des Kreises und ist für Campingfans deutschlandweit ein beliebtes Urlaubsziel. Dies liegt nicht nur an ihrer zentralen Lage in der Bundesrepublik, sondern auch an den vielen lokalen Freizeit- und Ausflugsmöglichkeiten. Gerade bei schlechtem Wetter böten diese eine willkommene Abwechslung zum Campingalltag, meint Heinrich Hartung, der Inhaber der Campinganlage.

Auch dieses Jahr reisten über Ostern wieder einige Urlauber und Jugendgruppen nach Kirchheim, allerdings waren es weniger als im Vorjahr. Bedingt durch die schlechte Wetterlage hatte Hartung einen Gästerückgang von zehn bis 15 Prozent zu verbuchen.

Neben den Urlaubsgästen gibt es auch einige Dauercamper auf dem Seeparkgelände – so wie Christa Eckardt aus Wabern und Ute Jedamzik aus Schenefeld. Sie trotzen nicht nur tapfer Wind und Regen, sondern auch Schnee. „Wir kommen seit 17 Jahren jedes Wochenende her und genießen die nachbarschaftliche Gemeinschaft“, erzählt Christa Eckardt gut gelaunt. Lediglich dicke Jacken und eine Heizung im Campingwagen dienen dazu, den kalten Temperaturen zu entkommen.

Gemeinschaftsgefühl

Trotz allem scheinen die Launen des Wetters auf die Laune der Camper keinerlei Auswirkungen zu haben. Zu viele Vorzüge bringe das Campieren in der Natur mit sich, als dass man sich diese durch das Wetter verderben lassen sollte, ist die einhellige Meinung. Die hohe Flexibilität und Spontaneität des Camperdaseins, das Gefühl von Freiheit und das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl unter den Campern sorgen dafür, dass sich die Campingplatzbesucher auch bei diesen wenig frühlingshaften Temperaturen keinen besseren Ort zum Entspannen vorstellen können.

Hartung bringt es auf den Punkt: „Camping ist eine Lebenseinstellung – man mag es oder man mag es nicht.“

Von christin Hanisch und Philip Streck

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