Regierungspräsidium Gießen mietet Unterkunft an Autobahn an

Bis zu 300 Flüchtlinge in Kirchheimer Motel

Bad Hersfeld. Das Regierungspräsidium (RP) Gießen will bis zu 300 Flüchtlinge aus Kriegsgebieten im Motelcenter am Kirchheimer Dreieck unterbringen. Die ersten 50 Personen sollen heute angekommen, weitere 50 werden am Dienstag folgen. Das bestätigte RP-Sprecherin Ina Velte auf Anfrage unserer Zeitung.

Es soll sich vornehmlich um Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Somalia handeln, die in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ankommen. Weil diese Einrichtung an ihre Kapazitätsgrenzen stoße, habe das zuständige RP Gießen händeringend nach Ausweichquartieren gesucht. Vorübergehend hätten Asylsuchende bereits in Zelten untergebracht werden müssen.

Die Flüchtlinge sollen laut Velte jeweils zwischen zwei und vier Wochen in Kirchheim bleiben, bis im Asylverfahren eine Akte angelegt worden ist. Danach würden sie vom RP Darmstadt den Landkreisen zugewiesen.

Der Vertrag sei erst am Freitag abgeschlossen worden und laufe vorerst bis Ende 2015. Das Maximum von 300 Plätzen solle nur dann ausgeschöpft werden, wenn die Unterbringung der zunächst 100 Personen reibungslos verlaufe. Genau das bezweifelt die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz. Sie wisse um die Not der Erstaufnahmeeinrichtung, angesichts steigender Flüchtlingszahlen geeignete Plätze zu finden. Ebenso wie Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch kritisiert sie allerdings, dass Gemeinde und Kreis am Freitag vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.

Bürgermeister und Kreisbeigeordnete bemängeln zudem, dass keine ständige Kontaktperson und keine Sozialbetreuung für die nicht deutschsprachigen Flüchtlinge vor Ort vorgesehen ist. Auch der vom Motelbetreiber beauftrage Sicherheitsdienst sei im RP weder bekannt noch überprüft worden. Konflikte seien da absehbar.

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Von Jan-Christoph Eisenberg

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