Gemeinde Kirchheim übernimmt Verlust des Touristik-Service – CDU spricht von „Fass ohne Boden“

50 000 Euro für Tourismus

Noch bis Jahresende sind die Mitarbeiter des Touristik-Service Kirchheim im Pavillon an der Autobahnabfahrt (Foto) Ansprechpartner für Gäste. Danach soll die Tourismusförderung der Gemeinde in den interkommunalen Tourismusverband Rotkäppchenland übergehen. Foto: Deppe

Kirchheim. Die Beteiligung am Touristik-Service Kirchheim kostet die Autobahngemeinde für das Jahr 2011 rund 50 500 Euro. In ihrer Sitzung am Donnerstag billigten die Gemeindevertreter mit den Stimmen der SPD-Mehrheitsfraktion bei einer Enthaltung und den Gegenstimmen der CDU die Übernahme des Jahresfehlbetrages in Höhe von 44 600 Euro sowie der Jahresgrundgebühr in Höhe von 5 900 Euro.

Weniger als geplant

Damit sei man unter dem veranschlagten Wert von 60 000 Euro geblieben, betonte Bürgermeister Manfred Koch. Für das laufende Jahr wurden 55 000 Euro bereitgestellt. Nach Jahresende soll der Touristik-Service ohnehin aufgelöst werden. Das hatten die Parlamentarier bereits während ihrer letzten Sitzung im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen für den Rettungsschirm beschlossen.

Die Tourismusförderung der Gemeinde soll ab kommendem Jahr -– nach Möglichkeit auch personell – im interkommunalen Tourismusverband Rotkäppchenland weitergeführt werden. In seinem Bericht hatte Bürgermeister Koch darauf hingewiesen, dass die Kündigung laut Gesellschaftervertrag erst zum Ende des Jahres 2014 wirksam werde, der Gemeindevorstand aber in einer Gesellschafterversammlung eine frühere Liquidation beantragen wolle.

Fass ohne Boden

Als „Fass ohne Boden“ bezeichnete CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Curth den Touristik-Service und kritisierte abermals die Kooperation mit örtlichen Betrieben, bei der die Gemeinde nur Minderheitsgesellschafter sei, aber die Verluste in voller Höhe trage. 725 000 Euro habe die Gemeinde die Beteiligung gekostet, so Curth. Bürgermeister Manfred Koch hielt dagegen, dass in anderen Gemeinden die Tourismusförderung komplett Sache der Gemeinde sei. „Es war klar, dass man damit keine Gewinne erzielen kann“, sagte Koch. Den Mitarbeitern des Touristik-Service wollte dabei niemand einen Vorwurf machen.

Mehrfach kritisiert wurden während der Debatte jedoch die privaten Teilhaber, die sich aus Sicht mehrerer Parlamentarier nicht genügend eingebracht hatten.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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