Musiker und Prediger Pontus J. Back spricht beim Rock-Gottesdienst in Niederjossa

Erzählen von der Rettung

Ein Mann mit Botschaft: Pontus J. Back (links), hier mit Markus, Martha (gerade mal acht Monate alt) und Rebekka Eydt, sprach in Niederjossa über sein bewegten Leben und seine Rettung durch Gott. Foto: Apel

Niederjossa. Alles andere als laut ging es beim Rock-Gottesdienst zum Abschluss des vierten Full-Metal-Osthessen-Musikfestivals zu, zu dem der Verein Cross Music in das Niederjossaer Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte.

Zu Gast war der Rock-Musiker und Prediger Pontus J. Back, der nach Auftritten der Gruppen 667 Iron Maiden Tribute, Just Priest, Ugly Earthlings, Iron Savior, Rebellion, Iron Fate, Ivory Tower, Torian und Tigerstype eher leise und nachdenkliche Töne anschlug.

Vom Cross-Music-Vorsitzenden Andreas Pfeiffer als Mensch mit ganz außergewöhnlichen Erfahrungen angekündigt, begrüßte der nur wenig Deutsch sprechende Finne die Gottesdienstbesucher mit den Worten: „Guten Morgen, ich liebe Dich, jawoll!“ Aber ganz so lustig ging es nicht weiter. Schnell kam Pontus auf Jesus Christus zu sprechen, der für ihn der einzige perfekte Mensch ist – der, der ihn von seiner Alkoholsucht befreit hat, der, der ihm neues Leben ermöglicht hat.

Drei Flaschen Wodka am Tag

Sein altes begann alles andere als einfach: Von Pflegeeltern, die es gut mit ihm meinten, adoptiert, träumte er früh davon, ein Rockstar zu werden. Aber mit zwölf fängt er auch an zu trinken. In der Rock’n-Roll-Szene von London angekommen, ist er schon bald verloren: Drei Flaschen Wodka am Tag, dazu noch Drogen, das ist irgendwann sein ganz normales Quantum. Damit einher geht die Angst vor Krankheit und Tod, dem er 2007 nach Leber- und Nierenversagen ins Gesicht schaut: „Ich war am Ende!“ Wenn da nicht diejenigen gewesen wären, die wenige Wochen vorher mit ihm und für ihn gebetet hatten. Und die Krankenschwester, die nach seinem letzten, verzweifelten Hilferuf an seinem Bett sitzt und sagt: „Hier stirbt heute Nacht niemand!“

Im Nachhinein ist Pontus überzeugt davon, dass sich ein Engel an sein Bett gesetzt und ihm eingegeben hat, wieder aufzustehen und von seiner Rettung zu erzählen. Deshalb reist er seit sieben Jahren durch die ganze Welt, um davon zu berichten, was wirklich wichtig ist im Leben – um seine Mitmenschen aufzufordern, sich zu Gott zu bekennen und sich in Gemeinschaft auf das von Gott geschenkte ewige Leben vorzubereiten.

In Niederjossa tut er das vor knapp 50 Gottesdienstbesuchern mit Worten und – noch viel schöner und einfühlsamer – mit gefühlvoll intonierten, von ihm selbst mit Gitarrenklängen begleiteten Liedern. In ihnen erzählt er vom hellen Licht, von der Freiheit und von seiner Dankbarkeit. Das kommt an. Beim Ugly-Earthlings-Schlagzeuger Eric Engelhardt, der von der guten Organisation des Treffens schwärmt. Aber auch bei den schon etwas älteren Niederjossaern Helga und Heinrich Hofmann, die Pontus Glaubwürdigkeit bescheinigen. Nur ein gemeinsam gesungenes Lied hätten sie sich noch gewünscht.

Von Wilfried Apel

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