Im alten Gemeindebauhof von Oberaula wird eine Rettungswache eingerichtet

Im Ernstfall schneller da

Umbau: Im alten Gemeindebauhof von Oberaula entsteht eine neue Rettungswache. Hinter dem großen Tor wird der Rettungswagen abgestellt, in den Räumen links daneben entstehen die Räume für das Personal. Der hintere Teil des Gebäudekomplexes wird weiterhin als Gemeindebücherei, Vereinsquartier und vom Bauhof genutzt. Fotos: Eisenberg

Oberaula. Bei Notfällen im östlichen Schwalm-Eder-Kreis und im westlichen Kreis Hersfeld-Rotenburg soll medizinische Hilfe künftig noch schneller vor Ort sein. Die Gemeinde Oberaula lässt derzeit Teile der ehemaligen Molkerei zu einer Rettungswache umbauen. Von dort aus soll ein Rettungswagen ins gesamte Gemeindegebiet sowie in nahegelegene Ortsteile der Gemeinden Kirchheim, Breitenbach und Ottrau ausrücken.

„Nicht alle Ortsteile konnten bisher in der gesetzlichen Hilfsfrist von zehn Minuten vom Rettungsdienst erreicht werden“, erklärt Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner. Die gleiche Problematik bestehe auch in mehreren Ortsteilen von Kirchheim.

Wird bisher in Oberaula ein Rettungswagen benötigt, rückt dieser im Regelfall aus den nächstgelegenen Rettungswachen in Neukirchen (Knüll) oder Schwarzenborn aus. „Von Schwarzenborn aus wäre Oberaula eigentlich gut zu erreichen – wenn dazwischen nicht der Truppenübungsplatz läge“, erläutert Bürgermeister Klaus Wagner. Eine Durchfahrtsgenehmigung sei aus Sicherheitsgründen abgelehnt worden.

In Verhandlungen mit dem Kreis und den Krankenkassen habe man sich schließlich auf die Einrichtung einer zusätzlichen Wache geeinigt. Nachdem die Gemeinde die ehemalige Raiffeisenhalle übernommen und ihre Fahrzeuge dorthin verlegt hatte, fand sich im ehemaligen Bauhof ein geeigneter Platz.

Die ehemalige Unimog-Garage erhält ein neues Rolltor und wird zur Fahrzeughalle für den Rettungswagen umgebaut. In den angrenzenden Räumen entsteht eine Rettungswache mit Sozial- und Aufenthaltsraum, Sanitärtrakt, Ruhe- und Umkleideräumen. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch die Räume des DRK-Ortsverbandes.

Rund 90 000 Euro sind im Haushalt der Gemeinde Oberaula für das Projekt eingestellt. Der Verwaltungschef geht jedoch davon aus, dass dieses Budget deutlich unterschritten wird. „Viele der beteiligten Firmen aus Oberaula sind uns entgegengekommen“, sagt Wagner. Im Zeitraum von etwa zwölf Jahren sollen die Umbaukosten laut Bürgermeister über Mieteinnahmen gedeckt werden. Bis Ende Juni sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein.

Geeignetes Personal finden

Wann die Wache in Betrieb geht, hängt nach Auskunft des Stellvertretenden Geschäftsführers des DRK-Kreisverbandes Schwalm-Eder, Ulrich Schneider, davon ab, wie schnell geeignetes Personal gefunden wird. Betrieben wird die neue Einsatzstelle vom DRK zunächst befristet bis 2020 als Außenstelle der bestehenden Rettungswache in Neukirchen.

Insgesamt neun Rettungssanitäter und -assistenten werden dafür laut Ulrich Schneider neu eingestellt. Die Oberaulaer Außenstelle soll das ganze Jahr über rund um die Uhr besetzt sein.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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