46-Jähriger zog von Wahlshausen nach Neukirchen

Erneut Unruhe um den Sexualstraftäter

Neukirchen. Die Diskussion um den im Juni aus der forensischen Psychiatrie entlassenen Sexualstraftäter geht weiter (wir berichteten): Der 46-Jährige ist in der vergangenen Woche von Wahlshausen nach Neukirchen umgezogen. Und wie in dem Oberaulaer Ortsteil sorgt auch in der Kleinstadt seine Anwesenheit für Unruhe. Eine Nachbarschaftsinitiative fordert seinen Wegzug aus Neukirchen.

Angst um Kinder

„Die Menschen haben Angst um ihre Kinder“, sagt Ramona Jäckel, Sprecherin der Gruppe, deren Forderung ihren Angaben nach mehr als 200 Unterzeichner einer Unterschriftenliste unterstützen.

Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich dagegen ruft zur Mäßigung auf: „Eine pogromartige Stimmung wollen wir hier nicht haben.“ Wenn der Mann wieder eingegliedert werden soll, dann „sehen wir uns in der Verantwortung“, betont er.

Wie in Wahlshausen unterliegt der Mann, der 21 Jahre in der forensischen Psychiatrie einsaß, weiterhin einem engmaschigen Überwachungssystem. Der Mann zeige sich seit seiner Entlassung kooperativ, erklärt Dr. Christoph Ullrich, Präsident des Landgerichts Marburg. Das bestätigt auch der Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Reinhard Giesa. Seit der Entlassung des Mannes stehe die Polizei durch ausgewählte Beamte in intensivem Kontakt zu ihm. Er halte sich an Absprachen und sei seither in keiner Weise negativ auffällig gewesen.

Grundrechte respektieren

„Wir appellieren, die Grund- und Persönlichkeitsrechte dieses Mannes zu respektieren und ihm eine Chance zu geben, wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden“, erklärt der Polizeisprecher.

Ein Runder Tisch – mit Polizei, Betreuern, Anwohnern und Mitgliedern des Magistrats – soll nun in Neukirchen aufklären und helfen, die „Resozialisierung des Mannes zu unterstützen“, sagt Bürgermeister Olbrich.

Von Sylke Grede

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