Bezirkslandfrauen hören beim Frühstück von Goethes Lotte und ihrer Lebensbilanz

Erinnerung an eine alte Liebe

Volles Haus beim Landfrauen-Frühstück in Niederaula. Foto: privat

Niederaula. Zu einer schönen Tradition ist mittlerweile das Frauenfrühstück des Bezirkslandfrauenvereins geworden. 255 aufgelegte Gedecke im „Alten Forsthaus“ in Niederaula haben wieder den Stellenwert und die Zugkraft dieser Veranstaltung belegt.

Die neue Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Bad Hersfeld, Brigitte Weitz, begrüßte die Frauen recht herzlich. Das leckere und reichhaltige Frühstücksbüfett, zubereitet von Martin Diebel und seinem Team, fand guten Zuspruch. Und damit das Gerangel am Büffet nicht zu groß wurde, wurde auf alt bekannte Art, tischweise mit einem Goethe-Zitat aufgerufen.

Bevor die Schauspielerin und Rezitatorin Gertrud Gilbert aus Bad Nauheim auf die Bühne trat, stellte sich erst einmal der neu gewählte Vorstand des Bezirkslandfrauen Vereins Bad Hersfeld vor.

Dann kam nach dem Genuss für den Gaumen die Seele dran. Was ist eigentlich aus „Werthers Lotte“, Charlotte Buff, geworden, nachdem sie Johann-Wolfgang von Goethe den Laufpass gab und sich für eine Heirat mit dem Hannoverschen Hofbeamten Johann Christian Kestner entschied? Eine Antwort auf diese Frage gab Gertrud Gilbert in ihrem selbstverfassten Einpersonenstück „Mit mir nicht noch einmal, Herr Goethe!“

Die Landfrauen lauschten gespannt, was die Schauspielerin zu berichten hatte. Es ist nicht mehr die junge, blonde, fürsorgliche Lotte, die ihren zwölf Geschwistern die Mutter ersetzte und Goethes leidenschaftliche Verehrung erfuhr, sondern es ist die Lotte, die als Witwe nach 40 Jahren auf ihr Leben zurückblickt. In diesem Moment trifft sie ihren alten Verehrer in Weimar wieder. Sie macht sich Gedanken darüber was geworden wäre, wenn sie Goethe geheiratet hätte?

Sie spart nicht mit Ironie und Witz und belichtet dabei lebhaft und wortstark ihr eigenes, arbeitsreiches aber schließlich sehr erfolgreiches Leben. Heiter und amüsant stellte Gertrud Gilbert dies auf der Bühne dar. Dafür dankten die Landfrauen mit heftigem Applaus. (red/zac)

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