Niederaula und Schlitz arbeiten bei Entsorgung zusammen – Vertrag unterzeichnet

Energie aus Klärschlamm

Zusammenarbeit besiegelt: (von links) Thomas Rohrbach (Bürgermeister Niederaula), Burkhard Daube (erster Beigeordneter Niederaula), Hans-Jürgen Schäfer (Bürgermeister Schlitz), Heiko Reuber (Bauamtsleiter Niederaula), Planer Armin Uhrig, Norbert Schäfer (1. Stadtrat Schlitz), und Frank Jahn (technischer Leiter Stadtwerke Schlitz) bei der Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung, die die gemeinsame Entsorgung des Klärschlamms regelt. Foto: Eisenberg

Schlitz/Niederaula. Die Marktgemeinde Niederaula und die Stadt Schlitz arbeiten bei der Entsorgung ihres Klärschlamms künftig zusammen.

Im Rathaus der Burgenstadt unterzeichneten Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer und der erste Stadtrat Norbert Schäfer (Schlitz) sowie Bürgermeister Thomas Rohrbach und der erste Beigeordnete Burkhard Daube (Niederaula) am Mittwoch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung. Mit einer Laufzeit von 15 Jahren regelt dieser Vertrag die interkommunale Zusammenarbeit der Nachbarorte über die Grenzen der Landkreise und Regierungspräsidien hinweg.

Vergärung im Faulturm

Der Schlitzer Rathauschef sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einer „Win-Win-Situation“ für beide Kommunen. Die energetische Optimierung der Kläranlage im Stadtteil Hutzdorf sei in ein Umweltinnovationsprogramm des Bundes aufgenommen worden. Im Zuge des Umbaus entsteht auch ein Faulturm. Bei kleinen Klärwerken für etwa 10 000 Einwohner habe eine solche Anlage bisher als nicht wirtschaftlich gegolten. Aus der Niederaulaer Kläranlage soll deshalb die fehlende Klärschlammenge kommen, um im Faulturm in Schlitz Klärgas und anschließend in einem Blockheizkraftwerk Strom zu erzeugen.

In Niederaula werde durch die Zusammenarbeit ein Entsorgungsproblem gelöst. Denn die bisherige Entsorgung des Klärschlamms in der Landwirtschaft werde zunehmend eingeschränkt, verdeutlichte Thomas Rohrbach.

Für den Transport nach Schlitz muss der Klärschlamm gerade noch pumpfähig sein. Deshalb muss die Marktgemeinde in einen sogenannten Voreindicker für die Kläranlage Niederaula investieren, was etwa 16 000 Euro kostet. Auch für den Transport der 50 bis 70 Kubikmeter Schlamm pro Woche muss die Marktgemeinde selbst aufkommen. Für die Vergärung im Faulturm und Eindickung in der Solartrocknungsanlage zahlt Niederaula an die Burgenstadt nur eine Verwaltungspauschale von 1500 Euro.

In Gewächshäusern

In großen Gewächshäusern werden die flüssigen Rückstände mit der Kraft der Sonne auf 80 Prozent Feststoffanteil eingedickt. Dadurch reduziert sich die Masse um etwa ein Drittel. Für die Entsorgung der am Ende dieses Prozesses zurückbleibenden Trockenmasse fallen für Niederaula noch einmal rund 62 Euro pro Tonne an. Entsorgt werde dieses von der Konsistenz an Kaffeepulver erinnernde Substrat in einer Müllverbrennungsanlage. Es finde mancherorts aber auch im Landschaftsbau Verwendung. Sofern alle notwendigen Vorarbeiten an den Kläranlagen planmäßig abgeschlossen werden, soll die Kooperation zum 1. Oktober aufgenommen werden.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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