Kirchheimer Gemeindebrandinspektor erhielt das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber

Ehrung für Schneemilch

Nicht ohne Stolz präsentierte der Kirchheimer Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch (Mitte) sein Feuerwehr-Ehrenkreuz. Ausgezeichnet wurden auch Klaus Neeb und Jürgen Reinhard rechts daneben. Die Auszeichnungen nahmen vor (von links) Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra, KBI Jürgen Weingarten, Verbandsvorsitzender Thomas Specht und Bürgermeister Manfred Koch. Foto: Löwenberger

Heddersdorf. Eine ganze Stunde nahm sich Kirchheims Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch am Freitagabend im Heddersdorfer Dorfgemeinschaftshaus Zeit, um in der Jahreshauptversammlung der Kircheimer Feuerwehren das Jahr 2013 in Daten, Zahlen, Fakten und Einsatzberichten Revue passieren zu lassen.

Demnach zählte die Feuerwehr Ende 2013 insgesamt 750 Mitglieder, davon 370 im Verein organisierte Frauen und Männer, 152 Männer in der Altersabteilung, 160 aktive Männer, 15 aktive Frauen, 34 Jugendliche und 17 Kinder. In Summe ist die Zahl der Mitglieder um 22 gegenüber dem Vorjahr gefallen. Die Altersstruktur lasse darauf schließen, dass sich die personelle Situation in den nächsten Jahren eher verschlechtern werde, machte Schneemilch deutlich. Die Feuerwehren insgesamt müssten in Zukunft mehr agieren als immer nur zu reagieren und der Entwicklung hinterher zu laufen, folgerte er.

Etwa 1000 Stunden haben Kirchheimer Feuerwehrleute in Lehrgängen und Seminaren verbracht, 6500 Stunden wurden in Übungen, Schulungen, Geräteinstandhaltung, Kontroll- und Reparaturarbeiten und Verwaltung investiert und 1900 Stunden haben die Aktiven in 72 Einsätzen geleistet. Unterstützt durch Fotos und Videoclips berichtete der Gemeindebrandinspektor von einigen dieser Einsätze, etwa dem Überschlag eines Autos, bei dem ein Kind starb, oder die Löscharbeiten an einem Kühllastwagen, die mehr als neun Stunden in Anspruch nahmen, die dann die Versicherung nicht bezahlen wollte (HZ berichtete).

Das „erschreckende Verhalten der Versicherungen“ fand auch Bürgermeister Manfred Koch „moralisch nicht vertretbar“. Er hat sich an verschiedene übergeordnete Stellen gewandt, um Unterstützung gegen „die Unterstellung der Wegelagerei“ anzufordern.

Nur zwei sagten Danke

Ähnlich äußerte sich Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten. Während seiner gesamten Dienstzeit als KBI hätten sich nur zwei Personen dafür bedankt, dass ihnen die Feuerwehr das Leben gerettet hat, berichtete er. Nicht ganz so launisch wie gewohnt erzählte Weingarten als ehemaliger Kirchheimer und Mitglied der Kirchheimer Feuerwehr von fröhlichen und tragischen Ereignissen aus dieser Zeit. Fast klang ein wenig Wehmut in seiner Stimme, war dies doch die letzte Teilnahme an einer Feuerwehr-Jahreshauptversammlung als KBI. Daran konnten auch kleine Geschenke, die die Kirchheimer dem obersten Feuerwehrmann mit auf dem Weg in den Ruhestand gaben, nur wenig ändern.

Eine besondere Ehrung wurde Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch zu Teil. Er wurde vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Thomas Specht, mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wird vom Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes für hervorragende Leistungen im Feuerlöschwesen, besonders mutiges Verhalten im Einsatz der Feuerwehr sowie an Feuerwehrleute, die sich in besonders erheblicher eigener Lebensgefahr befunden haben, pro Jahr höchstens an einen von 1000 Aktiven verliehen.

Von Bernd Löwenberger

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