Basset-Hound-Freunde trafen sich auf Burg Herzberg – Larry ist der Schönste

Ein eher ruhiger Vertreter

Bitte nicht unbedingt lächeln: Am Wochenende trafen sich Basset-Hound-Züchter auf der Burg Herzberg. Die Hunde sind bekannt für ihr ruhiges Gemüt und ihren etwas traurigen Blick. Foto: Auel

BREITENBACH/H. So richtig zu freuen scheint Larry sich über seinen Triumph nicht. Die Ohren hängen schlaff zu Boden, ebenso die Mundwinkel. Der Kopf ist leicht gesenkt. Die Augen blicken gelangweilt in die Welt, sein braun-schwarz-weißer Körper ist eine einzige Faltenlandschaft. Es ist allerdings genau diese Haltung, die Larry den Sieg eingebracht hat. Die Richterin kürte den Basset-Hound-Rüden zum schönsten Tier des Wettbewerbs, zu dem ein Verein am Wochenende auf die Burg Herzberg geladen hatte.

Das Gesicht von Martina Thüne, dem Frauchen von Larry od Berounky, wie der zweieinhalbjährige Schönling mit vollem Namen heißt, sieht ganz anders aus. „Dankeschön!“, jauchzt sie freudestrahlend, als die Richterin ihren Rüden zum schönsten der 32 angetretenen Hunde ernennt – und fällt ihrem Champion um den Hals. Da hat sich die Anreise von Bremerhaven ja gelohnt.

Seit gut zwölf Jahren züchtet die 49-jährige Melkerin die englischen Jagdhunde. Sie sagt, das Äußere täusche keineswegs. Larry und seine Artgenossen seien „sehr in sich gekehrt“. Die idealen Familienhunde. Also, wenn die Familie einen genügsamen, braven und kinderlieben Begleiter sucht. Wer auf Stöckchenholen und Wettrennen mit seinem Gefährten aus sei, sollte sich eher einen Terrier zulegen. Wobei: Larry ist jetzt auch nicht oberfaul. „Wenn ich mit meinem Pferd reite, läuft er mit“, erzählt Martina Thüne.

Larry hat aber nicht wirklich gewonnen, weil er am traurigsten durch den Ring trottete. Carla Gerber, die angesehene Wertungsrichterin aus den Niederlanden, schaut nach ganz anderen Dingen. Wie stehen die Pfoten zueinander? Wie ist der Knochenbau der Tiere? Ist der Gang flüssig? Und wie steht es um die Gesamtfigur? „Larry hat gewonnen weil er so ein massiger Kerl ist“, sagt Martina Thüne am Ende der Bewertung.

Manche Zuchtziele haben einen praktischen Hintergrund, erklärt Jens Hostmann, Mitglied des Veranstalters Basset-Hound-Freunde und Leiter der Ausstellung. So sollten die Ohren leicht eingedreht und länger als die Schnauze sein. Bei der Jagd ist es die Aufgabe der Basset Hounds ein angeschossenes Tier aufzuspüren. Und die richtigen Ohren können dabei eine Hilfe sein – indem sie einen Trichter bilden, der die zu erschnüffelnde Fährte in Richtung kalter Hundeschnauze bündelt.

Bis Sonntag waren die Hundezüchter auf der Burg Herzberg zu Gast. Neben dem Schönheitswettbewerb gab es für die Herrchen noch einen gemütlichen Züchterabend in der Burgschenke. Für Fell-Models gab es ein professionelles Fotoshooting.

Von Juri Auel

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