Gemeindevertretung Breitenbach beschließt Erwerb von Anteilen an Energieversorger

EAM-Kauf trotz Bedenken

Breitenbach/H. Die Gemeinde Breitenbach wird von den nordhessischen Landkreisen Anteile am rekommunalisierten Energieversorger EAM, der früheren Eon-Mitte, erwerben. Das hat die Gemeindevertretung am Donnerstagabend mit den Stimmen der SPD-Mehrheitsfraktion beschlossen. Die Mitglieder des Bürgerforums Herzberg votierten gegen den Anteilserwerb.

Dass es in dieser Frage im Vorfeld fraktionsübergreifend Bedenken und Diskussionen gegeben hatte, verdeutlichte zu Beginn der Debatte schon der erste Beigeordnete Christian Meinecke. „Niemand wird wohl sagen, dass er den Kaufbedingungen zu hundert Prozent zustimmt oder sie zu hundert Prozent ablehnt. Aber wir können nur mit ja oder nein stimmen“, verdeutlichte Meinecke, der den erkrankten Bürgermeister Volker Jaritz vertrat.

Für die SPD betonte Gerd Becker, dass es auch in seiner Fraktion Bedenken zu den Risiken des Anteilskaufes gebe. Zugleich verwies er aber darauf, dass die Gemeinde seit Jahrzehnten mit der EAM zusammenarbeite und das Unternehmen sich stets als zuverlässiger Partner erwiesen habe. „Die Gemeinde hat durch die EAM viele Vorteile gehabt“, betonte Becker.

Jörg Schäfer und Jürgen Eidt monierten für das Bürgerfoum Herzberg hingegen, dass die Risiken des Kaufes größer seien als die Vorteile. Dabei störten sie sich weniger am Kaufpreis in Höhe von nur 135 Euro. Vielmehr übernimmt die Gemeinde mit dem Kauf zwei Ausfallbürgschaften in Höhe von 87 000 Euro gegenüber den finanzierenden Banken sowie in Höhe von 719 000 Euro gegenüber dem Bankenkonsortium, das den Kauf der Aktien finanziert hat. „Wir haben null Mitspracherecht, sind aber in der Haftung“, fasste Schäfer seine Vorbehalte zusammen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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