Gemeinde Breitenbach warnt: Telefonisch angebotene Leistungen sind keine Pflicht

Dubiose Kanalprüfer unterwegs

Breitenbach/H. In der Breitenbacher Gemeindeverwaltung sind in den vergangenen Tagen einige Anrufe beunruhigter Bürger eingegangen.

Eine Kanalfirma hatte sich per Telefon bei den Anrufern gemeldet und nach dem Alter und dem Zustand der Abwasserleitungen auf ihrem Grundstück gefragt. Im Anschluss bot die Firma für 45 Euro eine Inspektion der Rohre an. Die Gemeinde rät davon ab, das Angebot anzunehmen.

„Lasst die Finger davon“, sagt Holger Noll, der Hauptamtsleiter der Breitenbacher Gemeindeverwaltung. Er berichtet, das Unternehmen habe überwiegend ältere Menschen angesprochen. Die Gemeinde habe weder der Firma den Auftrag erteilt, die Bewohner anzurufen, noch sei eine solche Untersuchung notwendig.

Komplette Untersuchung

Die in der Eigenkontrollverordnung geregelte Vorschrift, seine Hausanschlüsse überprüfen zu lassen, sei außer Kraft gesetzt, erklärt Noll weiter. Außerdem sei eine ordentliche Dichtigkeitsprüfung mit allen notwendigen Unterlagen für 45 Euro nicht zu haben.

Die anrufende Firma verteidigt sich. Man sei gerade in der Region unterwegs und versuche möglichst viele Haushalte zu gewinnen, um den Preis drücken zu können, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens.

Wegen der Überschwemmungen im Sommer habe die Firma vermehrt Aufträge bekommen, Kanalleitungen zu checken. Es sei richtig, dass eine ordentliche Dichtigkeits-Inspektion wesentlich mehr koste. 169, Euro um genau zu sein. Das 45-Euro Angebot sei als eine Art „Vorprüfung“ gedacht. „Wenn Sie Ihr Auto zum TÜV bringen, gehen Sie ja auch vorher zur Inspektion“, sagte der Mitarbeiter.

Keine weiteren Anrufe

Auf Grund der Kritik, die die Gemeindeverwaltung an der Praxis des Unternehmens geübt hat, will die Firma laut Aussage des Mitarbeiters niemanden mehr in der Gemeinde Breitenbach am Herzberg anrufen.

Von Juri Auel

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